Es gibt Bahnfahrer, die reservieren keinen Sitzplatz. Sie wollen aber trotzdem während der Fahrt sitzen. Gerade lange Zugreisen im Fernverkehr sind sonst sehr mühsam. Mit geschickter Reiseplanung erhöhen sich die Chancen auf einen kostenlosen Sitz.
Wer zeitlich flexibel ist, sollte Stoßzeiten meiden. Meist sind die Züge von Montag bis Donnerstag leerer, weil die Wochenendpendler an diesen Tagen nicht unterwegs sind. Die Bahn informiert auf ihrer Website über die erwartete Auslastung. Ist der gewünschte Zug orange markiert, dann besser auf eine andere Verbindung ausweichen, empfiehlt Karl Peter Naumann vom Fahrgastverband Pro Bahn.
Vor den anderen Fahrgästen in den Zug einzusteigen, kann durchaus helfen. Also früher am Bahnsteig sein, falls der Zug dort wartet. Manchmal wird man aber trotzdem noch vom Platz vertrieben: Die Reservierungen werden nämlich nicht immer sofort angezeigt, erklärt Zugreise-Blogger David Scheibler. Die Alternative: An einem früheren Bahnhof in der gleichen Stadt einsteigen, sofern das Ticket dafür gültig ist.
Gut zu wissen: Die Bahn verteilt die reservierten Sitzplätze nicht gleichmäßig auf alle Wagen, sondern beginnt in der Nähe des Bordbistros. Wer schon am Bahnsteig möglichst weit weg vom Speisewagen wartet, also in der Regel ganz vorne oder ganz hinten, der hat bessere Chancen auf einen freien Sitzplatz.
Mutige können sich auch auf einen bereits reservierten Platz setzen: Kommt innerhalb von 15 Minuten niemand, gilt die Reservierung nicht mehr. Auch Plätze für Bahn-Comfort-Kunden, Express-Reservierungen und Plätze im Kinderabteil sind frei, bis eine berechtigte Person den Platz beansprucht. Die private Website www.fernbahn.de zeigt, wo diese Plätze im Zug zu finden sind. Bahnblogger Scheibler rät außerdem zu Geduld. Viele Züge sind nur auf bestimmten Streckenabschnitten stark ausgelastet. Züge zwischen München und Berlin beispielsweise sind meist sehr voll, doch ab Nürnberg gibt es wieder viele freie Plätze. dpa