Für die Deutschen wird das schnelle Bezahlen durch das kurze Hinhalten ihrer Zahlkarte an den Kassenterminals immer mehr zum Alltag. Nach Angaben der Bundesbank bezahlen mittlerweile knapp ein Drittel der Besitzer von Giro-Karten oder anderen Debitkarten und 39 Prozent derjenigen, die über ein Kreditkarte verfügen, quasi im Vorbeigehen. „Damit ist das kontaktlose Bezahlen im Alltag angekommen“, sagt Bundesbank-Vorstandsmitglied Burkhard Balz. Allerdings besitzen nur 49 Prozent eine geeignete Debitkarte. Bei Kreditkarten beträgt der Anteil 40 Prozent. Die Analyse basiert auf einer Umfrage zwischen April und Juli 2019. Seitdem dürfte der Anteil mit Kontaktlos-Funktion gestiegen sein.
Die umfassende Verbreitung der Karten mit Kontaktlosfunktion stehe noch aus, sagt Balz. Gleichzeitig verweist er auf das Bezahlen mit dem Smartphone. „Auch das ist an der Ladenkasse mittlerweile üblich.“ Die mobilen Bezahllösungen der Sparkassen sowie der Volks- und Raiffeisenbanken würden bereits von elf Prozent der rund 3100 Befragten genutzt. Google Pay und Apple Pay seien bekannt, würden aber nur von jeweils rund fünf Prozent in Anspruch genommen.
Beim Bezahlen von Online-Einkäufen oder Buchungen im Internet zeigt sich noch wenig Bewegung. 69 Prozent begleichen die Rechnung per Bank-Überweisung, 68 Prozent über Paypal, und 59 Prozent genehmigen dem Verkäufer eine Lastschrift. 37 Prozent nutzen die Kreditkarte, knapp ein Drittel zahlt per Vorkasse. Eine untergeordnete Rolle spielt mit einem Anteil von nur acht Prozent das Bezahlverfahren paydirekt, das von deutschen Instituten als Alternative zum US-Zahlungssystem Paypal 2015 eingeführt wurde.
98 Prozent der Bundesbürger verfügen mittlerweile über ein Girokonto – meist bei ihrer Hausbank oder Sparkasse. Während sich 39 Prozent der 25- bis 34-jährigen vorstellen können, das Konto etwa bei einer Online-Bank anzusiedeln, gilt das nur für sieben Prozent der über 65jährigen. Erstaunlich ist, dass nur 37 Prozent der Befragten Online-Banking nutzen und stattdessen für eine Überweisung in die Filiale gehen.
Von denen, die Online-Banking nutzen, greifen zu 47 Prozent auf die Webseite ihrer Bank zu, 26 Prozent nutzen die App ihrer Bank, fünf Prozent die App einer anderen Bank, die Zugang zu mehreren Bankkonten bietet.
Insgesamt bleibt an der Ladenkasse in Deutschland aber weiter das Bezahlen mit Scheinen und Münzen die bevorzugte Methode. Drei von vier Einkäufen würden an der Ladenkasse und in der Tankstelle nach wie vor bar bezahlt, hieß es in der bislang letzten Analyse der Bundesbank dazu vom Februar vergangenen Jahres. Gemessen am getätigten Umsatz seien das 51 Prozent. R. OBERTREIS