Sprossen: Abwechslung für Winter-Gerichte

von Redaktion

Frisches Grün ist auch in den Wintermonaten keine Hexerei. Ein Fensterbrett mit Tageslicht reicht aus, um innerhalb weniger Tage aus unscheinbaren Samenkörnern nährstoffreiche Sprossen keimen zu lassen. Erntet man die Keimlinge, solange sie noch weiß sind, nennt man sie Keimsprossen. Haben sie außer ihren Keimblättern schon ein bis zwei richtige Blätter ausgebildet und sind bereits kräftig grün gefärbte Mini-Pflanzen, heißen sie Grünsprossen oder Microgreens.

Beide Sprossenarten sind reich an Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen. Man gibt die Sprossen zum Beispiel über Salate, Suppen oder andere warme Gerichte. Der Geschmack der Sprossen unterscheidet sich je nach Pflanzenart und Keimdauer. Allgemein gilt, dass Microgreens durch ihre längere Keimdauer einen intensiveren, schärferen Geschmack entwickeln. Keimsprossen sind milder und eignen sich besser zur Verwendung in warmen Speisen. Microgreens dagegen verlieren beim Erhitzen schnell ihr Aroma.

Saatgut für Sprossen, auch in Bio-Qualität, ist in Naturkostläden und größeren Supermärkten erhältlich. Hobbygärtner können auch Samen aus eigener Ernte verwenden. Die Samen von Gemüsepflanzen wie Brokkoli, Zuckererbsen, Radieschen oder Rote Beete eignen sich zur Anzucht von Sprossen ebenso wie Sonnenblumenkerne, Rucola- oder Senfsamen. Zu beachten: Die Samen von Nachtschattengewächsen wie Tomate, Paprika oder Aubergine sollte man nicht verwenden, da bereits in den Sprossen der giftige Pflanzenstoff Solanin enthalten ist. Leguminosen wie Soja- oder Bohnensprossen sind roh giftig und müssen vor dem Verzehr blanchiert werden.

Die Anzucht ist denkbar einfach. Für Keimsprossen reichen ein Schraubglas und ein Stück Stoff als Deckel. Ein Gummiring hält ihn an Ort und Stelle. Man nimmt etwa zwei bis drei Esslöffel Samen, nicht zu viele, denn sie gewinnen beim Keimen enorm an Volumen. Diese lässt man über Nacht in Wasser einweichen, gießt das Wasser dann ab, gibt die Samen ins Glas und stellt es aufs Fensterbrett. Optimal sind etwa 20 Grad Celsius. Die Sprossen müssen nun täglich mit frischem Wasser gespült werden. Das Spülwasser stets abgießen, damit sich keine Staunässe bildet oder unerwünschte Keime wachsen. Bei sichtbarem Schimmel unbedingt komplett entsorgen. Nach vier bis sechs Tagen sind die Keimsprossen fertig zum Verzehr. Möchte man Microgreens ernten, sät man die Samen in einem Schälchen mit feuchter Blumenerde aus. Auf die Fensterbank stellen und regelmäßig gießen, um die Erde feucht zu halten. Nach etwa zehn Tagen sind die Sprossen groß genug und haben erste grüne Blätter ausgebildet. Nach Bedarf mit einer Schere knapp über der Erde abschneiden.

Erbsensuppe

Zutaten: 400 Gramm (Tiefkühl-)Erbsen, 1 Zwiebel, 1 Liter Gemüsebrühe, Salz, Pfeffer, Muskatnuss, etwas Sahne, 1 Handvoll Microgreens, zum Beispiel Zuckererbsensprossen

Zubereitung: Die Zwiebel hacken, in Butter oder Rapsöl anschwitzen, Erbsen zugeben. Mit Gemüsebrühe aufgießen und gut 10 Minuten köcheln lassen. Dann pürieren und mit den Gewürzen und einem Schuss Sahne abschmecken. Die Sprossen grob hacken und auf die Suppe streuen.

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