Konjunkturförderung mit ökologischem Drall: Der Bund hat die bestehende Umweltprämie für Elektroautos bis Ende kommenden Jahres verlängert und ab sofort erhöht. Fragen und Antworten für Fans von Elektroautos.
Wann muss ich kaufen, um den Zuschuss mitzunehmen?
Zwar steht die Zustimmung der EU zu der Subvention noch aus, doch Experten erwarten nicht, dass Brüssel sich querstellt. Interessenten können also sofort anfangen, sich nach geeigneten Modellen umzusehen.
Wo liegen die Preisgrenzen?
Es gibt zwei wichtige Schwellenwerte: 40 000 Euro und 65 000 Euro. Unter der niedrigen Grenze gibt es die volle Förderung, zwischen den beiden Zahlen gilt ein verminderter Zuschuss. Für teure Karossen über der höheren Grenze gibt der Staat kein Geld.
Wie hoch ist die Förderung?
Bund und Hersteller teilen sich den Rabatt. Der Hersteller zieht seinen Teil gleich vom Preis ab, den Bundesanteil gibt es hinterher vom Amt. Für reine E-Autos addieren sich Hersteller- und Bundesprämie laut Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) auf 9000 Euro. Der verminderte Zuschuss liegt bei 7500 Euro. Für Hybridautos liegen die kleinere und die größere Fördersumme bei 6750 beziehungsweise 5625 Euro.
Wie profitiere ich von dem Bundesanteil?
Die Förderung gibt es nachträglich vom Bafa. Das heißt, die Kunden können einfach ins Autohaus gehen, Probe fahren und den Kauf anleiern. Nachdem der Wagen zugelassen wurde, sind beim Bafa eine Reihe von Formularen einzureichen. Das sind vor allem die Rechnung und die Zulassung. Eingereicht werden können die Dokumente auch online (www.bit.ly/bafa-formulare). Fragen beantwortet die Behörde telefonisch unter 06196/908 10 09.
Wie stelle ich sicher, dass mein Wunschwagen bezuschusst wird?
Eine Liste aller förderfähigen Fahrzeuge findet sich auf der Internet-Seite der Bafa (www.bit.ly/bafa-liste2020). Wenn sich das Modell hier nicht findet, sollte man besser dort noch einmal nachfragen unter der genannten Telefonnummer.
Gilt die Förderung auch für Gebrauchtwagen?
Es gibt die Förderung nur für sehr neue Autos, die nach November vergangenen Jahres zugelassen und inzwischen kaum gefahren wurden. Wenn die Fahrzeuge jetzt schon wieder auf den Markt kommen, besteht einmalig Anspruch auf Bundesförderung, wenn beim Neukauf keine Prämie geflossen ist. Sonst ließe sich ja durch Weiterverkauf laufend Steuergeld herausleiern. In der Praxis dürfte das vor allem für Vorführwagen und dergleichen gelten.
Für ein reines Elektroauto sehe ich in meiner Umgebung noch nicht genug Ladepunkte. Wie ist das mit den Hybriden?
Hybridautos verfügen sowohl über einen Benzin- als auch über einen Elektromotor. Der Benzintank dient als beruhigende Reserve und als Kraftquelle für längere Strecken. Moderne Hybride, die sich auch am Stromnetz laden lassen, haben dabei eine kräftige Batterie an Bord, die das Gefährt günstig und emissionsfrei durch die Stadt bringt. Deshalb fallen sie aus Sicht der Regierung unter die förderungswürdigen Elektroautos.
Welche Hybridmodelle kommen infrage?
Das Schlagwort, das sie von ihren nicht geförderten Verwandten unterscheidet, lautet „Plug-in-Hybrid“. Der Klassiker unter den Hybriden ist der Toyota Prius. Unter die Förderung fallen hier die Plug-in-Modelle, die seit 2017 auf dem Markt sind. Doch nach den asiatischen Herstellern haben inzwischen auch sämtliche deutsche Anbieter entsprechende Varianten auf dem Markt. Wer es edler mag, kann also auch mit einem Stern auf der Motorhaube den Doppelmotor genießen. Bei Mercedes-Benz ist der A250e in der Grundausstattung sogar günstig genug, um die volle Förderung auszuschöpfen. Die luxuriöse GLC-Serie kostet dagegen deutlich über 40 000 Euro und erhält bestenfalls die niedrigere Förderung.