Smarte Türschlösser machen das Leben leichter. Sie öffnen die Haus- oder Wohnungstür etwa per App und Smartphone, Fingerabdruck oder Sprachassistent. Kein lästiges Schlüsselkramen mehr, zum Joggen kommt nur noch die Smartwatch mit, das Kind schließt per Fingerabdruck auf und kann den Schlüssel nicht mehr verlieren. Aber wie funktioniert die smarte Technik und wie sicher ist sie? Die gute Nachricht: Fast alle smarten Schlösser schneiden im Test gut ab. Zwei der sieben geprüften smarten Türschlösser leisten sich jedoch eine Schwäche, die Hacker ausnutzen könnten, hat die Stiftung Warentest herausgefunden.
Ein klassisches Türschloss verwandelt sich mit wenigen Handgriffen in ein smartes. Fünf der sieben Produkte im Test lassen sich einfach an der Türinnenseite auf ein bestehendes Schloss montieren. Der herkömmliche Schlüssel steckt dauerhaft im Schloss und wird vom Motor des Türschlossantriebs gedreht. So funktioniert auch der Testsieger Eqiva von eQ-3 für 78 Euro. Gesteuert wird das Schloss meist kabellos über Funk – zum Beispiel per Bluetooth mit dem Handy.
Die Stiftung Warentest hat Türschlossantriebe mit und ohne integrierten Schließzylinder geprüft. Wer solche mit Schließzylinder nutzen will, muss seinen alten Zylinder ausbauen. Das ist etwas aufwendiger, aber kein Hexenwerk. Der Test zeigt: Die Montage ist überwiegend unkompliziert, ein Fachmann muss dafür nicht ran.
Auch praktisch: Die Schlösser von Danalock, Hörmann und Nuki lassen sich übers Internet steuern. So kann der Hausbesitzer etwa Handwerker hereinlassen, obwohl er selbst gar nicht zu Hause ist.
Die Tester wollten auch wissen, wie gut das Ver- und Entriegeln klappt, wie leicht sich die smarten Türschlösser bedienen und wie gut sie sich ins Smart Home integrieren lassen. Die Sicherheit der Systeme spielte beim Test eine wichtige Rolle. Dabei zeigt sich: Zwei Schließsysteme haben eine Schwachstelle beim Bedienen des Schlosses übers Internet – sie akzeptieren zu kurze Passwörter. Hacker könnten das ausnutzen und unter Umständen das Schloss kontrollieren. Das Schloss von Danalock konnten die Tester zudem in wenigen Minuten konventionell durch Aufbohren knacken. Es wurde deshalb mit Mangelhaft bewertet.
Das große Plus der smarten Geräte ist der Komfortgewinn. Einige Schlösser öffnen von selbst, wenn sich Besitzer mit ihrem Smartphone nähern. Für den Pflegedienst, die Putzhilfe oder Feriengäste lassen sich in der App des Schlossanbieters für ein bestimmtes Zeitfenster Zutrittsrechte einrichten – sie schließen vor Ort ebenfalls über die Anbieter-App auf ihrem Handy auf.
Smarter Antrieb dreht den Schlüssel
Montage meist unkompliziert
Zwei Anlagen mit Sicherheitsproblem