Karotten- und Tomatensaft gibt es schon immer, grüne Smoothies aus Gemüse dagegen sind ein viel jüngerer Trend. Sie gelten als die „gesünderen“ Geschwister der Fruchtsmoothies. Für Smoothies wird Obst und Gemüse nicht entsaftet, sondern im Mixer zu einem dickflüssigen Mus püriert, teils mitsamt Schale und Kernen. So sollen besonders viele Pflanzenstoffe erhalten bleiben.
Ist der Brei zu dick zum Trinken, lässt er sich mit Wasser verdünnen, manche nehmen dafür auch Joghurt oder Saft. Ihre grüne Farbe bekommen die Gemüse-smoothies durch Zutaten wie Spinat, Grünkohl, Blattsalate oder frische Kräuter wie Petersilie und Basilikum. Prinzipiell ist jedes Gemüse verwendbar, das auch sonst als Rohkost essbar ist, zum Beispiel Gurke, Stangensellerie, Kohlrabi oder Fenchel. Auch ungewöhnlichere Zutaten wie Karottengrün, Radieschen- oder Kohlrabiblätter lassen sich dazu mixen. Im Frühling ergänzen manche ihren Smoothie mit Wildkräutern wie Löwenzahn, Brennnessel oder Giersch.
Der Geschmack grüner Smoothies ist herb und gewöhnungsbedürftig. Daher wird meist Obst wie Apfel, Orange, Banane oder Mango mit hineingemixt, sodass im fertigen Getränk etwa in gleicher Menge Obst und Gemüse enthalten sind. Das macht die Mischung süßer und gefälliger. Auch frischer Ingwer ist eine beliebte Zutat. Er bringt Schärfe ins Getränk und verbindet die unterschiedlichen Aromen miteinander. Mit Avocado wird der Smoothie nahrhafter und kann eine Mahlzeit ersetzen. Limette oder Zitrone sorgen dafür, dass das Getränk nicht zu schnell braun wird.
Doch Vorsicht: Teils werden in Rezepten auch abenteuerliche Zutaten wie Tannennadeln, Blätter verschiedener Bäume oder Rindenstücke als geeignet eingestuft. Darauf sollte man besser verzichten. Oft werden grüne Smoothies als Entgiftungs- und Entschlackungswunder angepriesen. Das ist zwar nicht belegbar, dennoch lassen sich mit ihnen ohne Bedenken gelegentlich ein bis zwei der täglich empfohlenen Obst- und Gemüseportionen ersetzen – vorausgesetzt, der flüssige Mix schmeckt und ist gut verträglich.
Noch mehr ist nicht unbedingt sinnvoll: zum einen fällt durch das Pürieren das für die Zahngesundheit förderliche Kauen des Gemüses weg, zum anderen nimmt man durch das pürierte Obst eventuell mehr Fruchtzucker zu sich, als der Darm verträgt. Man sollte also besser erst einige Rezepte ausprobieren, bevor man sich einen teuren Hochleistungsmixer anschafft.
Zu beachten: Smoothies stets gleich nach dem Zubereiten trinken und nicht länger stehen lassen. Durch das Mixen reißen die Pflanzenzellen auf. Je länger sie dem Luftsauerstoff ausgesetzt sind, desto mehr der empfindlichen Vitamine und sekundären Pflanzenstoffe werden oxidiert. Außerdem steigt die Gefahr, dass sich Keime vermehren.
Mittlerweile gibt es grüne Smoothies auch fertig abgefüllt in Flaschen zu kaufen. Hier empfiehlt sich ein kritischer Blick aufs Etikett. Oft bestehen sie zum großen Teil aus Fruchtsaft, etwa Apfel oder Orange. Das erhöht den Zuckergehalt, während Ballast- und andere Pflanzenstoffe aus der ganzen Frucht fehlen. Werden die Getränke zur besseren Haltbarkeit erhitzt, gehen weitere Inhaltsstoffe verloren.