Beim Frühjahrsputz im Garten fallen nun die Auswirkungen der frostigen und zum Teil sonnigen Woche im Februar auf. Dank des rechtzeitigen Schneefalls zeigen Stauden und Zwiebelblumen indes heuer kaum Schäden. Dass immergrüne Gehölze hingegen besonders gelitten haben, erfahren die Mitarbeiter der Bayerischen Gartenakademie immer wieder am Gartentelefon.
Schaut man sich im Garten um, so erkennt man nun gebräunte Pflanzen. Oft sind es nicht ganze Pflanzen, sondern Teile wie einzelne Blätter oder junge Austriebe. Manchmal sind auch nur einseitige Schäden erkennbar oder der Schaden tritt an oberen Pflanzenteilen auf. Es sind vor allem immergrüne Pflanzen wie Kirschlorbeer, Thuja, Liguster, Heckenmyrthe (Lonicera nitida). Auch der an geschützten Standorten kälteverträgliche ausgepflanzte Rosmarin (4. Foto von links) zeigt deutlich braune Verfärbungen und Frostschäden. Pflanzen in Kästen und vor allem kleineren Gefäßen sehen oft ebenfalls erfroren aus.
Doch beispielsweise bei Liguster sieht der Schaden oft schlimmer aus als er ist. Er hat die Blätter verloren und die Triebe sind bräunlich verfärbt. Kratzt man aber mit dem Daumen an der der Rinde, so ist der Zweig noch grün (Fotos 1 und 2). Die Pflanze überlebt.
Geschützte Stellen, etwa nahe der Hauswand, im halbschattigen Bereich, zeigen oft weniger Schäden. Bei Gehölzen an Straßen oder Gehwegen können die Auswirkungen größer sein oder sich auch in den nächsten Wochen noch zeigen, wenn Streusalz eingesetzt wurde.
Mancherorts hatten die Rosen schon angetrieben. Der starke Frost hat dies wieder zunichte gemacht und es sind sogar ganze Triebe erfroren. Rosen darf man deshalb nicht zu früh schneiden.
Häufig sind vermeintliche Kälteschäden eine Folge davon, dass immergrüne Pflanzen vertrocknet sind. Durch die tiefen Temperaturen konnten die Pflanzen das Wasser nicht in die Blätter transportieren. Bei Pflanzen in Kästen oder Gefäßen war der gesamte Wurzelballen durchgefroren; eine Wasseraufnahme somit unmöglich. Immergrüne Pflanzen sollten daher im Herbst und Winter bei offenen Böden immer wieder mal gewässert werden.
Schnee legt sich übrigens schützend wie ein Teppich über die Erde und die Pflanzen. Niedrige Zwiebelblumen wie Winterling, Schneeglöckchen und Krokus zeigen keinen Schaden und sie blühen einfach weiter. Selbst Feldsalat auf dem Beet hat die Kältewelle unbeschadet überstanden.
Bei Obstbäumen hilft das Weißeln der Stämme oder das Umbinden mit Tannengrün bzw. Jute oder Vlies (siehe 3. Foto von links). Dann erwärmt sich der Stamm bei starker Sonneneinstrahlung nicht so stark und der Saftfluss wird verzögert. Starke Fröste könnten sonst zu Stammrissen führen.
Eine leichte Düngung erleichtert jetzt den Pflanzen, mit den Schädigungen zurechtzukommen.