„Viele Bauten sind überdimensioniert“

von Redaktion

Wir sprachen mit dem Architekten Reimund Stewen, Vizepräsident des Verbandes Privater Bauherren (VPB).

Mit welchen Vorstellungen vom ökologischen Bauen kommen Eigenheimbesitzer in spe zu Ihnen?

Ökologisches Bauen ist für die meisten ein vager Begriff. Viele sagen, sie wollen wenig Energie verbrauchen und keine Schadstoffe im Haus haben. Wünschenswert wäre nachhaltiges Bauen. Für die große Mehrzahl ist die Vorstellung, was mit den Baustoffen passiert, wenn das Haus abgerissen wird, völlig abwegig.

Woran sollten sich Häuslebauer bei Auswahl des Planers, Bauträgers oder Hausherstellers halten?

Die Energiethematik beherrschen alle. Nachhaltiges Bauen bieten nur wenige. Von Bauträgern oder Fertighausherstellern erhält man in der Regel eine Baubeschreibung.

Was sollte man vor allem hinterfragen – die Bauweise, Produkte, Heizsystem?

Konstruktion und Gebäudehülle sind der Schlüssel. In einem Massivhaus mit Betondecke hat man lange Neubaufeuchtigkeit, es dauert sieben Jahre, bis so eine Decke wirklich trocknet. Wenn die Wärmedämmung dann noch mit einem Dämmverbundsystem aus Polystyrol und Kunstharz erfolgt, ist das der Wohnqualität alles andere als förderlich.

Wie viel mehr Geld müssen Häuslebauer mitbringen, die ökologisch bauen wollen?

Ein ökologisches Haus ist um zehn bis zwölf Prozent teurer. Rechnet man bei einem konventionellen Haus die Kosten hinzu, die die Entsorgung des Sondermülls nach dem Abriss verursacht, dann ergibt sich unter dem Strich kein Unterschied.

Wo kann man am besten sparen?

Stewen: Viele Konstruktionen sind überdimensioniert, und das extrem. Ich rate zur Minimalisierung.

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