LESER FRAGEN – EXPERTEN ANTWORTEN

Der Schiffsfonds macht Verluste

von Redaktion

Irene M.: „Unsere Eltern haben vor zehn Jahren eine Beteiligung an Schiffsfonds in Höhe von 28 000 Euro gekauft (HSC Shipping Project 3). Die Pecura Anleger- und Treuhandservice GmbH hat angeboten, dass mindestens 75 Prozent des investierten Kapitals ausgezahlt werden, wenn eine Mehrheit der Anleger für eine vorzeitige Beendigung stimmt. Dem hat unsere Mutter (der Vater war zwischenzeitlich verstorben) zugestimmt. Jetzt kam ein Brief, in dem aufgeschlüsselt ist, dass wegen der Steuer nur 61 Prozent des Kapitals erstattet wurden. Darf man das so machen?“

Bezüglich der Beteiligung an dem Schiffsfonds kann hinsichtlich von Schadensersatzansprüchen nichts mehr unternommen werden. Die Ansprüche verjähren absolut zehn Jahre nach Zeichnung.

Der vorzeitigen Beendigung des Fonds haben Ihre Eltern grundsätzlich zugestimmt. Selbst wenn in dem Vorschlag zur Liquidation der HSC Shipping Project 3 vermerkt ist, dass ein Gesamtmittelrückfluss von 75 Prozent angeboten wird, dürfte es sich dabei aller Wahrscheinlichkeit nach nicht um eine Garantie handeln, sondern um einen angestrebten Richtwert und damit den Versuch, soviel wie möglich an Geldern durch die vorzeitige Liquidation zu erzielen.

Tatsächlich kam es auch zu einem Gesamtmittelrückfluss in Höhe von 75,42 Prozent. Dieses Ergebnis darf unter Berücksichtigung, dass es sich um eine Investition in einen Schiffsfonds handelt, als gut angesehen werden. Der Erlös ist zu versteuern, dies ist nicht zu beanstanden. Zumal in dem Angebot auch vermerkt ist, dass der Gesamtmittelrückfluss in Höhe der angestrebten 75 Prozent jeweils ohne Agio und vor Steuern und unter Berücksichtigung bereits erhaltener Auszahlungen und Steueranrechnungsbeträge erfolgt. Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass ungeachtet der bereits erhaltenen Steueranrechnungsbeträge es zudem steuerlichen Vorteile durch die Verluste, die der Fonds erlitten hat, gab.

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