Guter Klang per Funk

von Redaktion

Kabel sind out – viele Menschen streamen ihr Musikprogramm im Heimnetzwerk direkt auf Funklautsprecher. Größere Wlan-Lautsprecher sind aufgrund ihres Volumens ideal für Musik, sie können eine Stereoanlage ersetzen. Die Stiftung Warentest hat in ihrem aktuellen Wlan-Lautsprecher-Test 13 Geräte getestet: von Ikea über Google bis Sonos. Die Preise liegen zwischen 99 und 500 Euro. Guten Klang gibt es schon für wenig Geld. Die Testsieger klingen sogar sehr gut.

So lief der Test

Im großen Hörtest der Stiftung Warentest mussten die Funklautsprecher ihre Qualität beweisen. Fünf geschulte Juroren bewerteten den Klang ohne Ansehen der Boxen. In diesem Blindversuch beurteilten sie die Wiedergabe von Klassik, Pop, Elektronik und Hörspiel. Der Markenname und das Design der Box spielen im Test keine Rolle. Im Hörtest der Wlan-Lautsprecher zählen dagegen Volumen, Natürlichkeit, Basswiedergabe und Stereowirkung.

Sound

Die Funklautsprecher im Test haben das Volumen für satten Sound. Es sind größere Wlan-Lautsprecher von Block, Dynaudio, Google, Harman/Kardon, Ikea, Marshall, Sonos, Sony, Technisat, Teufel und Yamaha. Sie sind auf anspruchsvolle Musikwiedergabe ausgelegt. Echten Stereo-Klang darf der Zuhörer aber erst im Zusammenspiel zweier Boxen erwarten. Klarer Testsieger ist der sehr gut klingende Sonos Five (520 Euro). Der günstigste gute, Yamaha Musiccast 20, kostet nur 173 Euro. Die Stiftung Warentest ermittelte die maximale Lautstärke und bewertete, welche Funklautsprecher partytauglich sind. Durch ihre Bassstärke und ihr Volumen können die meisten Wlan-Lautsprecher im Test tatsächlich eine Party rocken. Mehrere Einzelboxen lassen sich kombinieren.

Boxen

Alle Modelle im Test sind Multiroom-fähig: Die Steuerungs-App kann die Musik gleichzeitig auf mehrere Lautsprecher schicken. Solange sich die Boxen in der Reichweite des Wlan-Heimnetzwerks befinden, musizieren sie mit. Die Tester hörten aber nicht nur laut, sondern fahndeten auch nach Störgeräuschen bei niedriger Lautstärke. Wichtig für anspruchsvolle Genießer, die mit Musik entspannen möchten.

Sprachassistenten

Sieben Wlan-Lautsprecher im Test kommen mit einem Sprachassistenten daher: Amazon Alexa oder Google Home sind eingebaut. Modelle mit Sprachassistent beantworten Wissensfragen, geben Auskunft über das Wetter von Morgen und reagieren auf Sprachkommandos wie „Lauter“ und „Leiser“. Wer einen solchen Lautsprecher haben möchte, wählt am besten den Harman Kardon Citation 500. Das Gerät zum Preis von 630 Euro läuft mit Google Assistant und bietet sehr guten Klang.

Platzierung

Richtig steht der Lautsprecher, wenn er möglichst viel Abstand zu Möbeln und Wänden hat. In Bezug auf den Nutzer sollten die Geräte auf Ohrhöhe platziert werden, zum Beispiel mit Standfüßen. Wer zwei Boxen verknüpft, sollte darauf achten, dass die Lautsprecher seitlich der Hörerposition stehen und zusammen ein gleichschenkliges Dreieck bilden. Wer nur einen Lautsprecher verwendet, sollte diesen am besten frontal platzieren.

Vor- und Nachteile

Musik kommt immer häufiger kabellos auf den Lautsprecher. Die Übertragung per WLan ist komfortabel, Bluetooth macht die Boxen mobil. Gesteuert wird in jedem Fall per App.

Fürs Wohnzimmer empfehlen sich große Wlan-Lautsprecher. Zwei dieser Boxen ersetzen eine herkömmliche Stereoanlage. Ihr Klang erfüllt auch höhere Ansprüche. Die Musikübertragung erfolgt über einen WLan-Router. Boxen mit integriertem Sprachassistenten können auf Zuruf auch Musik aus dem Internet spielen und Fragen beantworten, etwa zur Nachrichten- oder Wetterlage.

. Stärken:

Dank Wlan höhere Bandbreite und Reichweite als Bluetooth

Starker Klang, gut für Musik, partytauglich

. Schwächen:

Meist ist ein Stromanschluss nötig

Modelle mit Akku nur bedingt mobil, da groß und schwer

Für die Küche sind kleine, handliche Wlan-Lautsprecher geeignet. Im Funktionsumfang sind sie vergleichbar mit großen Wlan-Boxen, aufgrund des geringen Volumens aber mit schwächerer Tonqualität. Sie haben eher das Niveau eines Küchenradios. Modelle mit Sprachassistent kann man auch nach Wetterinfos oder Lottozahlen fragen.

. Stärken:

Preisgünstig

Hohe Bandbreite und Reichweite durch Wlan statt Bluetooth

. Schwächen:

Für Musikliebhaber ist der Klang kein Hit

Kaum partytauglich

Meist ist ein Stromanschluss nötig, Modelle mit Akku sind selten

Für unterwegs greift man zu Bluetooth-Boxen. Sie sind in Form und Größe sehr unterschiedlich, aber stets transportabel. Dank starkem Akku spielen sie auch im Park oder am Strand. Musik kommt per Bluetooth direkt vom Handy. Wenig überraschend klingen sie schlechter als die aktuell geprüften großen Wlan-Boxen.

. Stärken:

Durch Bluetooth und starken Akku mobil

Einfache Kopplung und Handhabung: Streamt direkt vom Smartphone

. Schwächen:

Klingen für ihre Zwecke gut, aber schwächer als große Wlan-Boxen

Geringere Bandbreite und Reichweite als per Wlan

Datenschutz

Hier kommt es leider zu Dissonanzen. Laut Stiftung Warentest schnüffeln die Apps von Bowers & Wilkins, Denon und Yamaha noch am wenigsten. Andere Apps erfassen eindeutige Geräte-IDs, den Namen des Mobilfunkanbieters oder Details zum Nutzerverhalten. Neun Boxen wurden abgewertet, weil die Datenschutzerklärung des Anbieters oder des Sprachassistenten sehr deutliche Mängel hatte. Amazon, Bose, Denon und Google werden hier genannt. Zudem sind den Testern zufolge die Informationen zu Zwecken der Datenerhebung oft unzureichend. Google will zudem Daten von Bekannten des Nutzers erheben und nennt keinen Kontakt für Datenschutzfragen.

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