Der Dax hat den Seitwärtsgang eingelegt

von Redaktion

Schaut man auf die Schlussstände der vergangenen und der jetzt abgelaufenen Woche, dann hat sich an der Börse nicht viel getan. Besser gesagt: Praktisch nichts. Der Deutsche Aktienindex Dax hatte die Vorwoche bei 15 587 Zähler beendet. Jetzt ging das Börsenbarometer mit knapp 15 600 Punkten ins Wochenende. Und auch im Wochenverlauf war die Bewegung der Kurse überschaubar – bei einem Tief von 15 406 und einem Hoch von 15 614.

Das zeugt von der anhaltenden Unsicherheit angesichts von nicht eindeutigen Konjunkturszenarien, von gestörten Lieferketten, von dadurch verursachten Problemen nicht nur in der Automobilproduktion und von Signalen, dass die Inflation doch länger auf einem erhöhten Niveau verharrt. Die Schwierigkeiten könnten sich bis Mitte nächsten Jahres hinziehen. „Die Wirtschaft wird im vierten Quartal weiter an Fahrt verlieren und wohl kaum noch zulegen“, sagt Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen. Auch die Auswirkungen einer möglichen Milliarden-Pleite des chinesischen Immobiliengiganten Evergrande auf die Finanzmärke in Europa sind nicht ganz klar. Und nicht zuletzt steigen die Corona-Neuinfektionen wieder deutlich an.

Das alles bremse den Optimismus erst einmal, sagt Robert Greil vom Bankhaus Merck Finck. Den Unternehmen blase der Wind ins Gesicht, beschreibt DekaBank-Chefvolkswirt Ulrich Kater die Lage. Das werde auch zum Problem für die Aktienkursentwicklung. Weshalb auch die Renditen am Anleihemarkt nach oben zeigten. Die zehnjährige Bundesanleihe steht tatsächlich nur noch knapp im Minus und wenig von der Nulllinie entfernt. Aktuell ist sie gerade noch mit 0,10 Prozent negativ. Ende vergangenen Jahres waren es fast minus 0,6 Prozent.

Anders beurteilt Joachim Goldberg die Lage. Er sieht den Optimismus aktuell auf einem neuen Allzeithoch. „Selbst Dauerpessimisten haben das Handtuch geworfen“. Ähnlich klingt es bei Sven Streibel von der DZ Bank. Nach vielen Wochen mit schlechten Nachrichten scheine der Knoten geplatzt zu sein. Dabei schaut er auch auf die Zahlen für das dritte Quartal, die jetzt vermehrt vorgelegt werden. „Positive Überraschungen in der noch jungen Berichtssaison bringen Zuversicht bei den Marktteilnehmerin zurück, wir sehen einen Wendepunkt am Aktienmarkt“, glaubt er. ROLF OBERTREIS

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