Die Zahl der Privatpleiten in Deutschland ist erstmals seit zehn Jahr wieder gestiegen und hat sich 2021 nahezu verdoppelt. Nach Daten der Wirtschaftsauskunftei Crif gab es 109 031 Privatinsolvenzen, 93,6 Prozent mehr als 2020.
Crif-Geschäftsführer Frank Schlein führte dies vor allem auf eine Gesetzesänderung zurück, die viele Betroffene abgewartet hätten. In diesem Jahr werden nach seiner Einschätzung vor allem die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie viele Verbraucher in Bedrängnis bringen. Crif hält daher bis zu 110 000 Privatpleiten für möglich.
„Die finanziellen Reserven vieler Betroffener sind aufgebraucht.“ Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit hätten die Einkommen geschmälert und Rücklagen aufgezehrt. „Dazu kommen die stetig steigenden Miet- und Energiepreise“, sagte Schlein.
Steigende Zahlen wurden in allen Bundesländern verzeichnet. Gemessen an der Zahl der Einwohner war Bremen am stärksten betroffen, Bayern am wenigsten, dennoch gab es im Freistaat 11 345 Privatpleiten. dpa