Entspannung ist erst einmal nicht in Sicht, nachdem die Preise in Deutschland in den vergangenen drei Monaten im Vergleich zum Vorjahr jeweils um deutlich mehr als sieben Prozent gestiegen sind. Am Dienstag bestätigte das Statistische Bundesamt die bereits vorläufig gemeldete Inflationsrate für Mai von 7,9 Prozent. Es ist der höchste Anstieg seit dem Winter 1973/74 in der ersten Ölkrise.
Dabei wird deutlich, dass die Preissprünge vor allem bei Energie und Nahrungsmitteln am stärksten ausgeprägt sind, aber von der Welle längst fast alle Bereiche erfasst werden. „Wir beobachten auch Preisanstiege bei vielen anderen Gütern“, sagt Statistik-Präsident Georg Thiel. Preiserhöhungen lägen in fast allen Bereichen vor. So sind auch die Preise für gebrauchte Pkw im Mai gegenüber dem Vorjahresmonat um ein Viertel nach oben geschnellt. Die Bundesbank rechnet für das gesamte Jahr mit einer Inflationsrate von mehr als sieben Prozent. Das zeitlich begrenzte Neun Euro-Ticket und die ebenfalls befristet gesenkte Benzin- und Dieselsteuer werden allenfalls vorüber Entlastung bringen, zumal letztere gar nicht voll bei Verbrauchern und Unternehmen ankommt. ro