Die meisten herkömmlichen Cremes, Lotionen und Sprays bieten zuverlässigen Sonnenschutz – auch die günstigen.
Geprüft hat die Stiftung Warentest Produkte mit hohem Sonnenschutzfaktor (30, 50 und 50+). 16 von 20 der Mittel schützen zuverlässig vor UV-Licht, neun davon waren insgesamt sehr gut. Günstige und teure Produkte finden sich darunter gleichermaßen: Während die „Cien Sun Sonnenmilch“ von Lidl 1,12 Euro pro 100 Milliliter kostet, sind es bei der „Sun Sensitive Gel-Creme“ von Cetaphil 22 Euro. Die Ergebnisse im Einzelnen:
Naturkosmetik
Auf drei von vier Naturkosmetika ist kein Verlass: Das hat die Stiftung Warentest in ihrem jüngsten Test von 20 Sonnenschutzmitteln herausgefunden. Der versprochene Lichtschutzfaktor wurde zum Teil deutlich unterschritten. Das betrifft die teuren Mittel von Lavera, Das Boep und Speick – 100 ml kosten hier bis zu 19 Euro. Bei den beiden letzteren mangelt es außerdem am UVA–Schutz. Nur ein Naturkosmetik-Produkt überzeugte: die sehr gute Sonnenmilch von dm Alverde für vier Euro je 100 Milliliter.
Die Besten
Testsieger wurde die Sonnenmilch von Garnier Ambre Solaire Hydra (Gesamtnote 1,3, 3,50 Euro/100 ml) gefolgt von dm Alverde und dm Sundance MED Sonnenspray (3,50 Euro/100 ml), Lidl Cien Sun (1,12 Euro/100 ml) sowie die Today Sonnenmilch von Rewe und Penny, die allesamt mit der Note 1,4 abschnitten. Auf 1,5 kamen Cetaphil Sun Sensitive Gel-Creme (22 Euro/100 ml), La Roche-Posay (8,35 Euro) und Nivea Sun Schutz & Pflege Spray (3,85 Euro).
Abwertung
Neben den drei Naturkosmetik-Cremes schnitt auch das günstige Sunozon Transparentes Sonnenspray von Rossmann wegen einer Unterschreitung des angegebenen Lichtschutzfaktors nur mit der Note mangelhaft ab. Zur Abwertung bei der Gel-Creme von Eucerin führte ein UV-Filter, der im Verdacht steht, das Hormonsystem zu beeinflussen. Das Produkt liegt aber innerhalb der von der EU erlaubten Grenzwerte dafür. Im Lavozon-Spray von Müller fanden sich recht hohe Mengen an Benzophenon, das als Abspaltprodukt des UV-Filters Octocrylen in das Mittel gelangt sein dürfte. Die Gesundheitsrisiken sind derzeit schwer abschätzbar, sodie Tester, die dennoch eine Abwertung vornahmen. Die Produkte von Eucerin und Müller kamen insgesamt aber auf „befriedigend“.
Tipps
. Reichhaltige Sonnencremes sind heutzutage eher selten. Kunden wünschen eher leichte Sprays und Gels. Wer seiner Haut mehr Pflege zukommen lassen will, kann zunächst eine Pflegelotion auftragen und gut einziehen lassen, dann erst den Sonnenschutz auftragen.
. Wer gern Spray verwendet, sollte es nach dem Aufsprühen gut verreiben und einziehen lassen und dann sicherheitshalber noch einmal nachsprühen.
. Wird ein Produkt genutzt, das Octocrylen enthält (im Test die von Kaufland, Müller und Sun D‘Or), sollte man dem Mindesthaltbarkeitsdatum besondere Beachtung schenken. Denn das Spaltprodukt Benzo-phenon bildet sich vor allem bei längerer Lagerung.
. Auch die beste Sonnencreme schützt nur begrenzte Zeit. Der Lichtschutzfaktor besagt, wie viel länger man damit in der Sonne bleiben kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Diese Zeit ist individuell verschieden, mahnt die Verbraucherzentrale.
Der sogenannte Eigenschutz hängt vom eigenen Hauttyp ab. Er geht dabei um die Zeit, die man sich ungeschützt ohne Hautrötung in der Sonne aufhalten kann. Wären das zum Beispiel zehn Minuten und man würde einen Lichtschutzfaktor 10 verwenden, könnte man also 100 Minuten in der Sonne bleiben. Laut Verbraucherzentrale sollte man diese Zeit aber nicht ausschöpfen, sondern um etwa ein Drittel reduzieren, also 60 statt 100 Minuten. Denn die Cremes schützen zwar vor Sonnenbrand, nicht aber vor Falten und Hautkrebs.
. In der Mittagszeit zwischen 11 und 15 Uhr sollte man sich möglichst im Schatten aufhalten.
. Auch wenn auf der Creme „wasserfest“ steht, sollte man sie nach dem Baden und Abtrocknen erneut auftragen.
. Bei Sonnenschutz gilt: Viel hilft viel. Also lieber häufig und reichlich auftragen, denn der angegebene Lichtschutzfaktor wird anhand einer dicken Cremeschicht bestimmt. Reichlich bedeutet laut Verbraucherzentrale: die Menge von drei bis vier Esslöffeln für den ganzen Körper. com