Versöhnlicher Wochenschluss

von Redaktion

An den Aktienmärkten in Europa und in den USA stehen die Zeichen auf Erholung – eine Zwischenerholung vielleicht, aber immerhin. Nach Verlusten von rund 4500 Dax-Punkten seit Beginn des Jahres tut das der Anleger-Psyche gut. Dennoch hatte der Deutsche Aktienindex auch in der vergangenen Woche zeitweise mit der 12 000-Punkte-Marke zu kämpfen. Die hohe Inflation und die damit verbundene restriktivere Vorgehensweise der großen Notenbanken trugen dazu bei.

Am Wochenschluss dann ließen sich die Investoren von der guten Stimmung anstecken, die aus den USA herüberschwappte und den Dax anschob.

Insgesamt dürften starke Aktienkursschwankungen an der Tagesordnung bleiben. Deutliche Kursgewinne einzelner Titel im Dax werden aktuell meist sofort für Gewinnmitnahmen genützt – ein Anzeichen für anhaltende Unsicherheit.

„In Europa ist es die Energiekrise, in den USA sind es die rapide gestiegenen Zinsen und in China die Immobilienkrise, die auf der Konjunktur lasten“, erklärt Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank. Allerdings hätten die fortlaufenden Rezessionsprognosen, die in diesen Wochen veröffentlicht werden, zunehmend geringere Wirkungen auf die Märkte. „Dort ist mittlerweile eine erhebliche Abschwächung der Konjunktur in die Kurse eingearbeitet“, meint Kater. Dabei spiele die deutsche Debatte um die Gaspreisbremse an den Finanzmärkten kaum eine Rolle. Am ehesten unterstütze sie den anhaltenden Anstieg der Renditen für Bundesanleihen. „Das kommt daher, dass die zusätzlichen Ausgaben, die je nach Ausgestaltung in den kommenden drei Jahren insgesamt zwischen 100 und 200 Milliarden Euro liegen dürften, zu einer erhöhten Kreditaufnahme des Bundes führen.“ Anscheinend hätten sich die Finanzmärkte aber nun mit der Perspektive einer schwachen Konjunktur bei höheren Zinsen arrangiert. „Jetzt heißt es abwarten, ob es tatsächlich so kommt“, schreibt Kater.

Der Euro beschloss die Woche mit einem Referenzkurs von 0,9739 Dollar. Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Umlaufrendite zum Wochenende von 2,18 Prozent am Vortag auf 2,11 Prozent.  mm

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