Atemwegsinfekte plagen in diesem Winter noch mehr Menschen als üblich. Viele versuchen deshalb, ihre Abwehrkräfte mit Hausmitteln zu stärken. Beliebt ist etwa die klassische Hühnersuppe. Eine Studie kam zu dem Schluss, dass Hühnersuppe tatsächlich die Symptome von Infektionen des oberen Rachenraums lindern kann, da sie abschwellend wirkt und freier atmen lässt. Auf welche Inhaltsstoffe es dabei genau ankommt, ist noch unklar. In jedem Fall ist die heiße Flüssigkeit wohltuend: Sie wärmt, versorgt den Körper mit Flüssigkeit und befeuchtet die Schleimhäute. Das lässt zähen Schleim flüssiger werden, sodass er leichter abfließen kann.
Vermutlich ist das auch der eigentliche Nutzen der beliebten „heißen Zitrone“. Denn zur Versorgung mit Vitamin C trägt das Getränk nur wenig bei – das Vitamin ist hitzeempfindlich. Gleiches gilt für die gesundheitsförderlichen Stoffe aus dem Honig, der oft zum Süßen verwendet wird.
Auch in anderen Ländern bedient man sich gerne heißer Flüssigkeit zur Abwehr von Erkältungen. In Finnland beispielsweise ist heißer Johannisbeersaft beliebt. Schwarze Johannisbeeren zählen – in frischer Form – zu den Vitamin-C-reichsten Früchten überhaupt. Zusätzlich enthalten sie viele wertvolle Antioxidantien. Auch beim Erwärmen bleibt ein Teil davon erhalten. In Thailand und Südkorea setzt man auf scharfe Suppen mit Algen und Chili, um Erkältungen auszutreiben. Aus Indien stammt die „goldene Milch“, mittlerweile ist sie auch bei uns ein beliebtes Getränk zur Stärkung. Kurkuma oder Gelbwurz, das dem Getränk seine typische Farbe verleiht, soll reinigend und belebend wirken und eine Vielzahl von Beschwerden lindern.
Als Ergänzung passt gut frischer Ingwer. Verantwortlich für seine Schärfe sind die sogenannten Gingerole. Diese Pflanzenstoffe dämpfen nachweislich Schwangerschafts- und Reiseübelkeit und sollen auch bei Schnupfen helfen – die Studienlage dazu ist allerdings nicht sehr aussagekräftig. Wer keine Milchgetränke mag, gießt den frischen, in Scheiben geschnittenen Ingwer mit heißem Wasser auf und lässt das Ganze einige Minuten durchziehen.
Einen gewöhnungsbedürftigen Geschmack haben Getränke, die sich Scharfstoffe von Rettich, Zwiebel oder Knoblauch zunutze machen. Diese wirken entzündungshemmend und keimabtötend. So wird zum Beispiel in Mexiko ein mit Knoblauch und Zwiebeln angereicherter Zitronentee gegen Erkältungen gereicht. In Ägypten enthalten die Rezepturen oft zusätzlich den Saft von schwarzem Rettich. Auch in Mitteleuropa wird dieser traditionell gegen Husten eingesetzt.
Viele Getränke, die der Abwehr von Infekten dienen sollen, enthalten zudem Alkohol. Was man dabei aber nicht vergessen darf: Alkohol ist ein Zellgift. Um ihn abzubauen, muss der Körper zusätzliche Arbeit leisten – dabei ist er bereits mit der Abwehr des Infekts voll ausgelastet.
Kurkuma-Latte
(4 Gläser)
Zutaten: 100ml Wasser, 700 ml (Pflanzen-)Milch, 2 EL gemahlener Kurkuma, ca. 3 cm frischer, fein gehackter Ingwer, 2 Kardamomkapseln, je eine Prise gemahlene Muskatnuss, Pfeffer und Zimt
Zubereitung: Kardamomkapseln anquetschen und mit Kurkuma, Muskat und Ingwer ins Wasser geben. In einem Topf erhitzen, aufkochen lassen, dann die Hitze reduzieren und einige Minuten ziehen lassen. Nun die Milch zugeben, umrühren und langsam erhitzen, nicht mehr kochen. Mit Pfeffer und Zimt abschmecken und durch ein Sieb in Gläser gießen. Nach Belieben mit Honig süßen.