Wie schütze ich mein Geld?

von Redaktion

VON MAX GEISSLER UND CORINNA MAIER

Die Notenbanken kämpfen gegen die Inflation und treiben so die Sparzinsen in die Höhe. Doch das reicht bei Weitem noch nicht, um die Geldentwertung auszugleichen. Um kein Geld zu verlieren, rät der Verbraucherzentrale Bundesverband zu Investitionen in Sachwerten. Aktien, Aktienfonds und Immobilien seien „als Mittel gegen Inflation“ grundsätzlich geeignet. Wichtig sei bei der Geldanlage „eine breite Streuung über unterschiedliche Produktklassen und Laufzeiten“, um Risiken zu reduzieren. Wichtig: Anleger müssen genau auf die Kosten achten, denn jeder Prozentpunkt an Kauf- und Verwaltungsgebühr schmälert die Rendite. Was die Kosten angeht, sind in aller Regel Indexfonds (ETFs) unschlagbar.

Zinskonten

Für kurzfristige Sparziele empfehlen die Verbraucherschützer Tages- und Festgelder. Zwar liegen die Zinsen aktuell unterhalb der Inflationsrate, dafür bieten Zinsanlagen hohe Sicherheit. Für die schnell verfügbare Finanzreserve eignen sich flexible Tagesgeldkonten mit Topzinsen für Neu- und zum Teil auch für Bestandskunden. So bietet die Volkswagen Bank zum Beispiel bis zu 3,10 Prozent, ING, Openbank und Suresse Direkt Bank jeweils bis zu 3,00 Prozent oder die Raiffeisenbank im Hochtaunus bis zu 2,70 Prozent Zinsen.

Top-Tagesgeldzinsen offerieren auch einige Robo-Advisor – etwa Estably, Ginmon, Quirion und Zeedin. Wichtig ist, darauf zu achten, wie lange der Topzins festgeschrieben ist und ob auch Bestandskunden profitieren. Häufig gilt der günstige Zins nur für ein paar Monate. Dann heißt es umschichten, gegebenenfalls bei einer anderen Bank.

Bei Festgeld empfiehlt sich ein Mix aus verschiedenen Laufzeiten, so wird immer wieder ein Teilbetrag für Neuanlagen oder anderweitige Verwendung frei.

Fonds und ETFs

Zur langfristigen Geldanlage eignen sich Aktienfonds und Aktien-ETFs besonders gut. „Fonds bieten den Vorteil, dass schon mit kleinen Beträgen eine breite Streuung auf viele Aktien möglich ist“, betonen die Verbraucherschützer. Aktienfonds können der Inflation erheblich entgegenwirken. Der Fondsverband BVI weist per 31. März 2023 für Fonds mit deutschen Aktien auf Zehn-Jahres-Sicht jährliche Gewinne von 6,0 Prozent aus, auf 20-JahresSicht sind es 8,8 Prozent. Globale Fonds erzielten 7,1 Prozent beziehungsweise 6,9 Prozent. Als kostengünstige Alternative raten Experten zu Aktien-ETFs. Die börsengehandelten Indexfonds kopieren die Wertentwicklung eines bestimmten Index, zum Beispiel des MSCI-World-Index oder des FTSE All World. ETFs mit dieser Benchmark liegen mit einer durchschnittlichen Fünf-Jahres-Rendite von 10,50 Prozent deutlich über der Inflationsrate.

Man kann zur Inflationssicherung auch auf ETFs mit einer speziellen Ausrichtung setzen. So haben sich in Krisen Aktien von Konsumgüterunternehmen, die Produkte für den täglichen Bedarf herstellen, als besonders widerstandsfähig erwiesen. Diese Produkte braucht man immer und die Hersteller haben eine große Macht, auch bei Inflation höhere Preise durchzusetzen. So gewann zum Beispiel der S&P U.S. Consumer Select Sector ETF im Jahr fast fünf Prozent dazu, während der S&P-500-Index über 18 Prozent verlor.

Sachwerte

Gold oder Immobilien sind besonders in Krisenzeiten gefragt. Weil nicht beliebig vermehrbar, eignen sich Sachwerte gut zur Absicherung des eigenen Vermögens.

. Immobilien: Als äußerst wertstabil gelten Eigenheime und Mietimmobilien, denn sie können Inflationsverluste durch Wertzuwächse beziehungsweise höhere Mieten ausgleichen. Um die hohen Finanzierungskosten abzufedern, sind niedrige Darlehenszinsen wichtig – etwa von Sparda- und PSD Banken oder von Allianz, Debeka oder Hypovereinsbank.

. Gold: Mit Goldmünzen und Minibarren lässt sich bereits für wenig Geld ein kleiner Goldschatz aufbauen, der in Krisenzeiten als Währung überall akzeptiert wird. Minibarren im 1-Gramm-Format gibt es aktuell bereits für rund 70 Euro, Fünf-Gramm-Barren kommen auf gut 300 Euro und 1-Unze-Barren werden für etwa 1850 Euro gehandelt. Wer sich für Goldmünzen entscheidet, muss neben dem Goldwert auch den Sammlerwert mitbezahlen. Generell ist zu beachten, dass auch der Goldpreis stark schwanken kann. Außerdem wirft physisches Gold keine Dividende und keine Zinsen ab.

Alternativ bieten Gold-ETCs wie der Xetra-Gold (ISIN: DE000A0S9GB0) Krisenschutz. Der Kurs des mit physischem Gold hinterlegten Endlos-Zertifikats entspricht der Wertentwicklung des Edelmetalls. Die Fünf-Jahres-Rendite von 10,56 Prozent pro Jahr per Ende April 2023 liegt weit über der Inflationsrate.

Aktien

Aktien sind Unternehmensbeteiligungen und damit ebenfalls ein realer Sachwert. Um Schwankungsrisiken gering zu halten, sind eine breite Streuung und ein langer Anlagehorizont wichtig. Mit Aktien erwirbt man einen Anteil an einem Unternehmen. Wirtschaftet es erfolgreich, profitiert der Anleger zum einen von Kursgewinnen, zum anderen schüttet das Unternehmen dann eine Dividende aus. Die Dividende allein ergibt bei vielen Konzernen bereits eine schöne jährliche Rendite. Für Kleinanleger ist es aber schwierig, mit einzelnen Aktien eine breite Streuung zu erreichen. Auch die Auswahl der Aktien erfordert viel Beschäftigung mit der Materie. Man kann diese Aufgabe Profis überlassen, indem man in Aktienfonds investiert, oder indem man auf Robo-Adviser setzt.

Erfolgreich praktiziert dies zum Beispiel der Robo-Advisor Solidvest von DJE Kapital. Die Aktienspezialisten investieren in besonders substanzhaltige, ertragsstarke Aktien und Anleihen, um Kursschwankungen zu mindern und Wertzuwächse zu verstetigen. Die ausgewogene Anlagestrategie überzeugt mit einem Drei-Jahres-Gewinn von 25,70 Prozent, die offensive Strategie mit 45,15 Prozent. Eine neue, auf Inflation ausgerichtete Anlagemöglichkeit bietet auch Scalable Capital. Das „Weltportfolio Klassisch“ enthält Aktien-, Anleihen- und Rohstoff-ETFs und soll sicheren Wertzuwachs auch bei Inflation gewährleisten. Erik Podzuweit, Gründer und Co-CEO von Scalable: „Das Portfolio ist für alle geeignet, die eine einfache und breit gestreute Anlage gegen Inflationsrisiken suchen.“ Die ersten Ergebnisse werden mit Spannung erwartet.

Spezialfonds

Sachwertefonds investieren in Gold oder Wald, in Aktien von Immobilien- oder Minengesellschaften, in inflationsindexierte Anleihen oder in aktienähnliche Wertpapiere wie ETFs und ETCs. Ziel ist der Werterhalt des Kapitals unter Berücksichtigung der Inflation sowie die Erwirtschaftung nachhaltiger Wertzuwächse. Beispiele für solche Fonds sind der Deka Sachwertefonds CF (DE000DK0EC83), der DWS Sachwerte LD (DE000DWS0W32) oder der 3-Banken Sachwerte-Fonds T (AT0000A0ENV1). Mit Zuwächsen per 25. April 2023 von 12,25 Prozent, 12,59 beziehungsweise 24,65 Prozent auf Drei-Jahres-Sicht konnten Anleger Inflationsverluste zumindest abmildern.

Allerdings ist zu beachten, dass es keinen festen Zusammenhang zwischen der Inflation und der Wertentwicklung von Sachwerten gibt. Sie können auch bei Inflation stark schwanken. Zudem sind Sachwertefonds meist aktiv gemanagt und können höhere Verwaltungskosten haben.

Mehr Informationen

Das Dossier zum Thema gibt es unter der Fax-Abrufnummer 09001/25 26 65 52 (1 Minute = 0,62 Euro) bis 25. Mai. Oder senden Sie einen mit 1,00 Euro frankierten und adressierten Rückumschlag plus 1,60 Euro in Briefmarken, Stichwort „Inflation“ an: Biallo & Team GmbH, Bahnhofstr. 25, 86938 Schondorf. Und per E-Mail: ratgeber@biallo.de.

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