DIE BÖRSENWOCHE

Kampf gegen Inflation im Fokus

von Redaktion

Die zurückliegende Börsenwoche hatte es in sich. Starteten wir am Montag noch mit der Hoffnung, dass mit der Nachricht der Übernahme der US-Regionalbank First Republic durch JP Morgan vor Börsenbeginn in den USA die wieder aufgekommenen Sorgen um eine erneute Bankenkrise abebben dürften, brachen am Dienstag die Aktienkurse gleich zweier weiterer regionaler US-Banken, PacWest und Western Alliance, um mehr als 25 Prozent ein und der Handel der Aktien wurde ausgesetzt. Einen Tag vor der Sitzung der amerikanischen Notenbank (Fed) stellte sich die Frage, wie diese die erneuten Hiobsbotschaften aufnehmen und in ihren geldpolitischen Entscheidungen berücksichtigen würde. Die Antwort der Fed – eine weitere Zinserhöhung um 0,25 Prozent – war vom Markt erwartet worden, positiv aufgenommen wurde aber die Aussage des Fed-Chefs Powell, dass der Stress im Bankensystem zu einer weiteren Verschärfung der Kreditvergabestandards führen dürfte und damit zu einer weiteren impliziten monetären Straffung. Von jetzt an, so Powell, sei eine Zinspause wahrscheinlicher als weitere Zinserhöhungen. Damit zeichnet sich nunmehr das Ende der Zinserhöhungszyklus in den USA ab.

In der Eurozone indes machte die Notenbankchefin Christine Lagarde klar, dass weitere geldpolitische Straffungsmaßnahmen notwendig sein dürften, um den hartnäckig hohen Preisdruck einzudämmen. Der Markt spekuliert noch auf zwei weitere Zinserhöhungen.

Vor dem Hintergrund, dass der jüngste Anstieg der Frühindikatoren sich spürbar abgeschwächt hat und sinkende Energiepreise weiter rückläufige Inflationsraten erwarten lassen, dürfte die EZB analog zur Fed nach Leitzinsanstiegen um insgesamt vier Prozentpunkten (Fed fünf) eine Zinspause einlegen. Damit werden sich die Märkte insbesondere auf die Entwicklung auf den Arbeitsmärkten, der Löhne und der Kerninflationsrate konzentrieren. Da Letztere sich nur langsam abschwächen dürfte, wirken die von den Märkten eingepreisten Zinssenkungen von 0,75 Prozentpunkten in den USA bereits für dieses Jahr ambitioniert.

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