So wird der Schein nicht ganz so teuer

von Redaktion

VON ANNETTE JÄGER

Eine hohe Durchfallquote und gestiegene Energiepreise sind Gründe, warum Führerscheinkosten bundesweit förmlich explodiert sind. Wer mit der richtigen Fahrschule konzentriert lernt, kann die Kosten reduzieren.

Kosten

Hygieneanforderungen während der Pandemie, gestiegene Energiepreise und höhere Reparaturkosten in der Werkstatt haben die Ausgaben der Fahrschulen in die Höhe getrieben. Die Mehrkosten geben sie an ihre Schüler weiter. Ein Führerschein kostet aktuell etwa 2700 Euro. Oftmals wird es auch deutlich teurer, vor allem, wenn man durch die praktische Prüfung fällt. Das geschieht häufig: Im Jahr 2022 sind laut TÜV-Verband 39 Prozent der Prüflinge durch die theoretische Prüfung gefallen, 37 Prozent durch die praktische. „Das treibt die Führerscheinkosten in die Höhe“, sagt Kurt Bartels von der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. in Berlin. Eine Wiederholung der praktischen Prüfung kostet etwa zwischen 400 und 600 Euro. „Wer sparen möchte, sollte alles daran- setzen, den Führerschein auf Anhieb zu bestehen. Dazu muss man top vorbereitet sein.“

Fahrschule

Die gute Vorbereitung beginnt mit einer guten Fahrschule. Diese bietet eine umfassende Beratung an und schlüsselt Kosten transparent auf. „Auch die Atmosphäre muss stimmen und der Fahrlehrer muss zu einem passen“, sagt Bartels. Eine fundierte Ausbildung sei die wichtigste Voraussetzung für das Bestehen der Prüfung. Bartels warnt vor Billigangeboten. Dahinter könnte sich mangelnde Qualität verbergen. Derzeit seien die Fahrschulen voll ausgelastet, es bestehe kein Grund, Discountangebote auf den Markt zu werfen.

Vergleichen

Es lohnt sich, die Preise der Fahrschulen zu vergleichen. Jede Schule kalkuliert eigene Preise. Auch zwischen Stadt und Land gibt es ein Preisgefälle. Durchschnittlich fallen zwischen 53 und 60 Euro für eine normale Fahrstunde von 45 Minuten an. Eine Sonderfahrt kostet zwischen 60 und 70 Euro. Hier ist die Mindestanzahl von zwölf gesetzlich vorgeschrieben. Dazu gehören etwa Autobahn- oder Nachtfahrten. Die Theoriestunden, von denen 14 verpflichtend sind, sind im sogenannten Grundbetrag enthalten, der auch Kosten für Anmeldung, Verwaltung und Lernmaterial enthält. Hierfür fallen je nach Fahrschule zwischen 350 und 500 Euro an. Zusätzlich berechnen die Fahrschulen die „Vorstellung zur Prüfung“ – zu Theorie und Praxis. „Fahrstunden, Grundbetrag, Vorstellung zur Prüfung – mehr Posten darf eine Fahrschule nicht abrechnen“, sagt Bartels. Die Berechnung eines Energiezuschlags etwa sei nicht erlaubt. Prüfungsgebühren werden allerdings zusätzlich beim TÜV oder bei der Dekra fällig. Sie betragen für die theoretische Prüfung rund 22 Euro und für die praktische Prüfung 117 Euro.

Vorbereitung

Wer die Kosten im Zaum halten möchte, sollte sich Zeit für den Führerschein nehmen, rät Bartels. Vielfach werde die Komplexität der Prüfung unterschätzt. Als Fahrschüler sollte man nicht voreilig die Prüfung ablegen wollen, um vermeintlich Kosten zu sparen. Lieber vertraue man auf das Urteil des Fahrlehrers, er wisse genau, wann sein Prüfling gut vorbereitet ist. Bartels empfiehlt, die Fahrstunden kompakt, möglichst dicht hintereinander, zu buchen und die Ausbildung nicht in die Länge zu ziehen. „Nur so entwickelt der Fahrschüler Routine.“

Theorieprüfung

Bei der Auswahl der Fahrschule lohnt sich ein Blick auf das angebotene Lernmaterial für die Theorieprüfung. Das Lernen über eine App etwa ist die ideale Prüfungsvorbereitung, um die 1200 Fragen, aus denen einige in die Theorieprüfung finden, zu lernen. Das Bestehen dieser Prüfung hat der Fahrschüler selbst in der Hand. Denn hier kommt es allein auf den Lerneifer an.

Spartipps

Viele Fahrschulen bieten inzwischen an, die ersten Fahrstunden am Fahrsimulator in der Fahrschule zu absolvieren. Hier lernt man stressfrei ein erstes Grundverständnis für den Verkehr und Routine im Umgang mit dem Fahrzeug, etwa die obligatorischen Blicke in den Rückspiegel, schalten oder anfahren. Da Simulator-Stunden günstiger sind als die Übungsstunden auf der Straße, können sie eventuell eine Möglichkeit sein, die Anzahl der Übungsstunden zu reduzieren und damit Geld zu sparen. Allerdings gibt es dafür keine Garantie.

Am meisten lässt sich sparen, wenn man so wenige Übungsstunden – also reguläre Fahrstunden – wie möglich benötigt. Man muss hier keine vorgeschriebene Anzahl absolvieren. Wer beim Autofahren ein Naturtalent ist, ist klar im Vorteil. Eventuell können Übungseinheiten auf speziellen Übungsplätzen, zum Beispiel des ADAC, hilfreich sein.

Mehr Informationen

Das mehrseitige Dossier zum Thema gibt es unter der Fax-Abrufnummer 09001/25 26 65 53 (1 Minute = 0,62 Euro) noch bis zum 1. Juni. Oder senden Sie einen mit 1,00 Euro frankierten und adressierten Rückumschlag plus 1,60 Euro in Briefmarken unter dem Stichwort „Führerschein“ an: Biallo & Team GmbH, Bahnhofstr. 25, 86938 Schondorf. Sie können auch eine E-Mail schicken: ratgeber@biallo.de.

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