Es hat lange gedauert, bis sich die Deutschen mit der Kichererbse kulinarisch anfreunden konnten. Die vor allem in Asien und Nordafrika geschätzte Hülsenfrucht ist auch in der südamerikanischen und spanischen Küche verbreitet. Sie findet sich in Eintöpfen, Currys und Salaten, wird geröstet als Snack verzehrt oder zu Mehl vermahlen. Ihr mildes Aroma verträgt sich mit vielerlei Gewürzen und Geschmacksrichtungen.
Wie andere Hülsenfrüchte sind auch Kichererbsen eine hervorragende Quelle für pflanzliche Proteine. Dazu enthalten sie reichlich Ballaststoffe, die lang anhaltend sättigen, günstig auf den Blutzuckerspiegel wirken und die Darmflora unterstützen. Kichererbsen liefern zudem einen wertvollen Mix aus B-Vitaminen, Folsäure und Mineralstoffen. Trotzdem wusste man bei uns lange nichts mit der Kichererbse anzufangen, vielleicht, weil ihre Zubereitung etwas Zeit und Know-how erfordert: In getrockneter Form muss sie erst etliche Stunden einweichen, dann gründlich gespült und schließlich lange gekocht werden. Auch gebrauchsfertig aus der Dose verlangt die Kichererbse gekonntes und intensives Würzen, damit sie nicht fade schmeckt.
Vielleicht sind deshalb Kichererbsen bei uns zunächst vor allem in Form von Falafeln bekannt geworden. Fertig zubereitet und pikant gewürzt waren die frittierten Kichererbsenbällchen anfangs die vegetarische Alternative zum Döner, haben mittlerweile aber längst als eigenständiges Gericht einen festen Platz in der Gastronomie.
Den Sprung ins Sortiment der Supermarktkühlregale hat schließlich Hummus geschafft. In Vorderasien zählt die Kichererbsencreme zu den beliebtesten Gerichten und wird gerne zu Fladenbrot gegessen. Die Grundzutat für Hummus ist ein Brei aus gekochten Kichererbsen. Dieser wird mit Sesammus, Zitronensaft und Olivenöl zu einer Creme verrührt und mit Knoblauch, Salz, Pfeffer und Kreuzkümmel gewürzt.
Hummus lässt sich mit Kichererbsen aus der Dose auch unkompliziert selbst herstellen. Das Grundrezept kann man beliebig abwandeln, zum Beispiel mit Chili, Curry oder frischem Koriander. Auch Gemüse wie Avocado, Tomate, Süßkartoffel oder Kürbis können Hummus geschmacklich bereichern.
Mit dem steigenden Interesse an vegetarischen und veganen Ernährungsformen werden Kichererbsen zunehmend beliebter. Dabei entstehen neue Zubereitungsformen: Das Kochwasser von Kichererbsen, Aquafaba genannt, lässt sich ähnlich wie Eischnee aufschlagen und verwenden. Damit kann man beispielsweise vegane Kuchen, Baiser oder auch Kaiserschmarrn zubereiten.
Ein aktueller Trend ist auch süßer Hummus. Anstelle von Sesammus kommen in die Rezeptur gemahlene Nüsse oder Mandeln, gewürzt wird mit Zimt, Ingwer oder Vanille. Nach Belieben lässt sich der Kichererbsenbrei noch mit Honig, Zucker oder Alternativen wie Reis- oder Ahornsirup süßen. Süßer Hummus lässt sich wie ein Schokoaufstrich, als Topping für Obstsalat oder für Desserts verwenden.
Schokohummus
Zutaten: Eine Dose Kichererbsen (ca. 265 g Abtropfgewicht), eine Handvoll Datteln, 4 EL Kakaopulver, 4 EL neutrales Öl, 2 EL Ahornsirup, 2 EL Nussmus, 100 ml Wasser oder Pflanzendrink. Zubereitung: Datteln zerkleinern und mit etwas Flüssigkeit pürieren, anschließend die restlichen Zutaten hinzugeben und ebenfalls pürieren. Nach Belieben mit Zimt abschmecken. Reste halten sich in einem verschlossenen Behälter für einige Tage im Kühlschrank.