von Redaktion

VON ANDREAS HÖSS

Nach Frankreich ein Plus von 20 Prozent, nach Spanien ein Aufschlag von 23 Prozent und nach Kroatien kosten Flüge 34 Prozent mehr: Wer in den kommenden Herbst-ferien verreisen will, muss dieses Jahr tiefer in die Tasche greifen. Bei den beliebtesten Reisezielen liegen die Mehrkosten bei im Schnitt 56 Euro oder 16 Prozent, wie eine Analyse des Vergleichsportals Check 24 zeigt (Tabelle).

Die Gründe: Die Inflation, höhere Kerosinpreise sowie gestiegene Gebühren an den Flughäfen. „Außerdem sorgt die große Nachfrage bei gleichzeitig geringeren Kapazitäten für höhere Preise“, sagt Christian Meier, Flug-Experte bei Check 24. „Noch immer gibt es an vielen deutschen Flughäfen einen Mangel beim Sicherheitspersonal, was Airlines dazu zwingt, weniger Flüge anzubieten.“ Und die Lage dürfte sich auch nicht schnell bessern. „Aktuell gibt es keine Tendenz, dass die Flugpreise in absehbarer Zeit sinken werden“, sagt Valerie Djurin vom Buchungsportal Urlaubsguru.

Ganz ausgeliefert sind Reiselustige der Preisspirale dennoch nicht. Denn die Experten von Check 24 und Urlaubsguru haben Tipps, um Schnäppchen aufzuspüren.

Buchungszeitpunkt

Viele Urlauber buchen am Wochenende, weil sie dann Zeit für Planungen haben. Auf Urlaubsportalen sind die Buchungspreise am Samstag und Sonntag deshalb hoch. Besser: Unter der Woche buchen. Laut einer Auswertung von Check 24 waren Langstreckenflüge meist freitagmorgens am günstigsten. Innerdeutsche Flüge, die oft als Geschäftsreise gebucht werden, sollte man hingegen am Wochenende suchen. Bei Flügen in Europa gebe es keine klare Tendenz. Vorlauf ist bei der Urlaubsplanung ratsam. Laut Urlaubsguru sind Buchungen sieben Wochen vor Abflug am günstigsten. Je weiter das Ziel weg ist, desto früher sollte man dran sein. So gab es bei Trips nach New York 19 Wochen vor Reiseantritt die besten Angebote.

Reisezeitpunkt

Noch wichtiger ist der Zeitpunkt, an dem die Reise stattfindet. Gerade in Ferien sind gängige Zeiträume wie Samstag bis Samstag am teuersten. Besser: Zum Beispiel Montag bis Sonntag oder Dienstag bis Dienstag reisen. Ähnlich ist es bei verlängerten Wochenenden oder Feiertagen. Noch besser ist es natürlich, außerhalb der Ferien in den Urlaub zu fahren, sofern das möglich ist. Günstiger werde es auch, wenn man unbequeme Flugzeiten auf sich nimmt, so die Experten von Urlaubsguru. Wer hier flexibel sei und die Tarife für verschiedene Tage und Uhrzeiten vergleiche, könne viel Geld sparen.

Flughafensuche

Flexibilität zahlt sich auch bei der Wahl des Flughafens aus. Münchner können etwa auch in Memmingen, Nürnberg, Stuttgart, Frankfurt oder gar Salzburg, Innsbruck oder Wien fliegen. Ein Preisvergleich lohnt sich: Reisende sparen laut Check 24 so im Schnitt bei den beliebtesten Flugzielen 219 Euro oder 50 Prozent des Flugpreises. Auch auf der Langstrecke etwa nach New York sei ein Viertel Ersparnis möglich. „Reisende sollten deshalb Flughäfen in der Umgebung in ihre Suche einbeziehen“, sagt Christian Meier von Check 24. „So können Sie bei Flughäfen in anderen Bundesländern gegebenenfalls Ferienzeiten im eigenen Bundesland umgehen und so günstiger fliegen.“ Das gilt übrigens auch für einzelne Strecken, also wenn der Hin- oder Rückflug vom Heimatort zu teuer ist. An- und Abreise gibt es oft günstig mit Regionalzügen – vor allem, wenn man das Deutschlandticket besitzt. Zudem bieten manche Fluggesellschaften Kombinationsangebote für Flug und Zug.

Vergleichsportale

Selbstverständlich sollte sein, dass man Preise auch über verschiedene Airlines hinweg vergleicht. Besonders leicht geht das mit Vergleichsportalen. Dazu gehören unter anderem Check 24, Fluege.de, Skyscanner, airline-direct oder swoodoo – gerne auch mehrere nutzen. So erhält man schnell einen Überblick über Tarife und Optionen.

Suchhistorie

Wer öfter nach einem bestimmten Flug sucht, den haben unter Umständen auch die Buchungsportale auf dem Schirm – und bieten ihm den Flug immer teurer an, weil sie wissen, dass er ihn braucht oder haben will, verrät das Portal Urlaubsguru. Möglich machen es die Cookies auf dem Gerät. Die sollte man deshalb nach der Suche löschen, was in den Browsereinstellungen geht. Auch mit einem Gerätewechsel (etwa PC statt Handy) kann man die Software austricksen.

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