Reisen: Tausende Euro Preisdifferenz

von Redaktion

VON CORINNA MAIER

Ein Großteil der Reisen wird mittlerweile online gebucht. Online-Reisebüros helfen dabei. Doch nur drei der Portale schnitten bei der Stiftung Warentest (Januar-„test“-Heft) mit der Note gut ab. Doch supergünstig sind auch dort die Reisen nicht. Beim Letztplatzierten ließen nicht nur Beratung und Nutzerfreundlichkeit zu wünschen übrig, die gebuchten Ferien erwiesen sich auch als ausgesprochen teuer.

Der Test

Die Stiftung Warentest nahm 15 Online-Reisebüros unter die Lupe. Dort buchten sie Pauschalreisen verschiedener Veranstalter in fünf Kategorien: Strandurlaub in der Türkei, Familienurlaub auf Mallorca, Pärchenreise nach Dubai, Städtetrip nach New York und eine Wanderreise nach Fuerteventura. Außerdem wurden pro Portal sechs Reisen storniert und sechs Beratungsanfragen gestellt.

Pauschalreise

Der Name klingt ein bisschen verstaubt, doch eine Pauschalreise ist eine äußerst verbraucherfreundliche Sache. Deshalb sollte man beim Buchen auch darauf achten, dass der Begriff „Pauschalreise“ in der Widerrufsbelehrung steht und nicht etwa „verbundende Reiseleistungen“. Denn nur bei Pauschalreisen muss der Veranstalter (nicht das Buchungsportal) die Leistungen gewährleisten und sich bei Problemen – sei es ein verspäteter Flug, sei es Ungeziefer im Hotel – um eine Lösung kümmern. Bei Individualreisen ist man da auf sich selbst gestellt.

Beratung

Das bleibt wohl eine der Stärken von Reisebüros vor Ort. Denn persönliche Beratung

war bei den Online-Portalen oft Fehlanzeige. Auf Fragen nach der Barrierefreiheit von Hotels oder die Möglichkeit, einen Hund mitzubringen, gab es bei Urlaubsguru gar keine Antworten, bei Lastminute.de nur eine. Einzig der Anbieter Onlineweg antwortete schnell und umfassend auf alle Anfragen.

Buchung

Die Buchung selbst war bei den meisten Portalen „gut“. Alle hatten praktische Filter, besonders die von Holidaycheck überzeugten die Tester. Hilfreich sind bei der Auswahl auch die Bewertungen anderer Gäste, wobei Lastminute.de nach eigenen Angaben „im Allgemeinen nur die positive Bewertungen“ veröffentlicht. Für die Buchung verlangten manche Portale ein Kundenkonto, zum Beispiel Check24. Den ansonsten als gut bewerteten Anbieter rügen die Tester aber dafür, dass er beim Buchen Druck aufbaut („Überlegen Sie nicht zu lange“, „Mehrere anderen Personen sehen sich gerade dieses Hotel an“).

Stornierung

Manchen Portale informierten nicht richtig über Kosten für die Stornierung einer Reise, zum Beispiel gab es bei Lastminute.de auch auf mehrmaliges Nachfragen keine Antwort auf die Stornokostenfrage. Andere langten ordentlich hin: Onlinereisesuche nahm für zwei Reisen eine Gebühr von 50 Euro pro Person. Ab-ins-blaue für eine Reise, dazu kamen oft noch Stornogebühren der Veranstalter.

Preise

Der Preisvergleich überraschte selbst die Tester: Für Reisen zur gleichen Zeit, ins gleiche Urlaubsgebiet in der gleichen Hotelkategorie samt Verpflegung gab es Unterschiede von mehreren tausend Euro. Zum Beispiel beim Familienurlaub auf Mallorca zur Hauptsaison und beim Strandurlaub an der türkischen Riviera.

Dabei erschienen viele recht teure Reisen auf der Trefferliste, weil das Angebot zum Zeitpunkt der Buchung zu diesen Zielen knapp war. Hier die Ergebnisse auf der Basis des Mittelwerts der günstigsten Angebote pro Portal.

. Fuerteventura (Wanderreise zu zweit): Ab in den Urlaub 1683 Euro – Lidl Reisen 2990 Euro

. Dubai (Pärchentrip): Travelscout24 1756 Euro – Touristikboerse 2461 Euro

. Türkei (Strandurlaub, vier Freunde): Online-Reisesuche 1839 Euro – Holydaycheck 4558 Euro

. New York (Single-Reise): Touristikboerse 2193 Euro – Travelscout 2860 Euro

. Mallorca (Familienurlaub): Travelscout24 4779 Euro – Tchibo Reisen 11 407 Euro

Sieger und Verlierer

Am besten im Test schnitten Check24 und Holidaycheck ab, bei denen man einfach und sicher buchen und stornieren kann. Das günstigste Preisniveau gab es bei Onlineweg, Travelscout24 und Urlaub.de. Nur mit ausreichend wurden Ab-ins-blaue.de und Urlaubsguru bewertet.

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