Die besten Pommes

von Redaktion

VON CORINNA MAIER

Gefühlt sind Generationen von Kindern mit Pommes aus dem Gefrierfach großgeworden. Doch so viele sind es gar nicht. Denn Tiefkühl-Pommes gibt es auf dem deutschen Markt erst seit 1979. Damals kamen die 1,2,3 Frites von McCain in die Supermärkte. Die gibt es heute noch – und sie landen im guten Mittelfeld im Test von 19 TK-Pommes, der im Februar-Heft von „test“ veröffentlicht wird.

Der Test

Mittlerweile gibt es neben den klassischen Pommes, die man entweder im Backofen zubereitet oder frittiert, auch solche aus Süßkartoffeln und sogar welche, die in der Mikrowelle gelingen sollen. Die Stiftung Warentest hat alles ausprobiert und festgestellt: Frittieren macht Pommes nicht knuspriger, sondern nur fettiger. Auch eine Heißluftfritteuse bringt in Sachen Knusprigkeit nichts, die Pommes sind dann nur weniger ölig. Am knusprigsten wurden im Test die gewellten Pommes von Aldi, wenn sie aus dem Backofen kamen. Komplett unknusprig bleiben die Pommes aus der Mikrowelle, sie werden zudem trocken, fad, fast zäh, so das Urteil.

Die Schadstoffe

Hier werden zwei Produkte auffällig. Zum einen die Pommes von Bördegold, die einen hohen Gehalt an Glykoalkaloid haben, Rückstände eines Pflanzengifts aus der Kartoffel, das akute Magen-Darm-Probleme hervorrufen kann – und zwar schon beim Verzehr von 270 Gramm. Für ein Grundschulkind reichen schon 220 Gramm.

Glykoalkaloide gibt es in Süßkartoffel-Pommes keine. In dem Produkt von Rewe fanden die Tester aber eine hohe Belastung mit 3-MCPD-Fettsäureestern, die entstehen, wenn pflanzliches Öl erhitzt wird. Der Schadstoff ist möglicherweise krebserregend, schreiben die Tester.

Ein anderer Schadstoff, der immer wieder für Aufsehen sorgte, scheint bei Pommes inzwischen unproblematisch zu sein – vorausgesetzt der Kunde hält sich an die Zubereitungshinweise auf der Packung: Acrylamid. Insgesamt waren die Acrylamid-Werte im Test sehr gering, die Hersteller haben das Problem, das bei allen stärkehaltigen Lebensmitteln auftreten kann, die frittiert oder gebacken werden, offenbar in den Griff bekommen. Wohl auch dank einer EU-Verordnung, der zufolge nur noch zuckerarme Kartoffelsorten verwendet werden dürfen, bei denen sich weniger Acrylamid bildet, das als möglicherweise krebserregend und erbgutverändernd gilt.

Die Inhaltsstoffe

Tiefkühl-Pommes sind geschält, mehrfach gewaschen, geschnitten und vorfrittiert. Gesalzen werden nur Süßkartoffel-Pommes, aber bei den getesteten Produkten nur in Maßen. Problematischer ist der Fettanteil, der im Schnitt zwischen 3,9 und 7,6 Gramm je 100 Gramm liegt, bei den Fettigsten (die Mikrowellen- und Süßkartoffel-Pommes von Rewe) sind es zwischen 9,8 und 11,2 Gramm. Dazu kommt noch das Fett vom Frittieren daheim, falls die Pommes nicht im Ofen gemacht werden. Dadurch kann sich der Fettgehalt sogar verdoppeln.

Zum Vorfrittieren verwenden die meisten Hersteller Sonnenblumenöl, das gesündere Rapsöl kommt seltener zum Einsatz. Die Pommes von Agrarfrost und Bördegold kommen dafür ins ernährungsphysiologisch ungünstige, aber billige Palmfett. Allerdings verwenden beide Anbieter in der Zwischenzeit laut eigener Aussage Sonnenblumenöl.

Die Zubereitung

Die Tester geben folgende Tipps zur Zubereitung von Tiefkühl-Pommes, die allesamt am besten im Ofen gelingen.

. Backpapier auf dem Backblech verhindert zu starke Kontaktbräune.

. Das Blech sollte möglichst voll beladen werden, denn bei einer größeren Menge bildet sich weniger Acryl-amid.

. Die Hitze darf nicht zu hoch eingestellt werden, bei Umluft maximal auf 180 Grad, bei Ober- und Unterhitze maximal 200 Grad.

.Pommes nicht zu dunkel werden lassen, sie sollten goldbraun, nicht dunkelbraun sein. Dafür braucht es in der Regel aber länger als auf der Packung steht, und zwar eine bis 17 Minuten.

Die Sauce

Die Frage: „Rot oder Weiß?“ – sollten Kalorienbewusste mit „Rot“ beantworten. Denn Ketchup bringt pro 30-Gramm-Tütchen etwa 33 Kilokalorien mit, Mayonnaise hingegen satte 223 Kalorien.

Gewinner/Verlierer

Den ersten Platz gewannen die Pommes von Bofrost (53 Cent/100 Gramm). Die besten Süßkartoffel-Pommes sind von Lidl (54 Cent). Das beste Preis-Qualitätsverhältnis haben die Kaufland K-Classic Knusprige Crinkles (19 Cent).

Mit „Gut“ bewertet wurden auch McCain Chef Frites, Edeka Bio, Agrarfrost Back Frites, Aldi Wellenschnitt, Edeka Wellenschnitt und Alnatura Pommes. Nur ein „Ausreichend“ schafften Bördegeold Ofenfrites, die Mikrowellenpommes von Snack Master und die Süßkartoffel-Pommes von Rewe.

Die Umweltbilanz

Am allerbesten ist es, seine Pommes aus regionalen Kartoffeln (also nicht aus importierten Süßkartoffeln) selbst zu machen. Dazu werden Kartoffeln geschält, geschnitten und in Wasser gelegt. Das entzieht den Kartoffeln Stärke und macht sie knuspriger. Anschießend trocken tupfen. Dann am besten im Ofen garen. Gibt man die Pommes in die Fritteuse haben sie eine schlechtere Umweltbilanz als Tiefkühl-Pommes, die im Ofen zubereitet werden.

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