Die Vorteile des Bausparens

von Redaktion

VON STEFANIE HUTSCHENREUTER

Vom einstigen Auslaufmodell zum gefragten Finanzprodukt: Weil sich mit der Zinswende 2022 die Immobilienkredite schlagartig verteuerten, rückten die Vorteile des Bausparens wieder mehr ins allgemeine Bewusstsein. Die Nachfrage nach Bausparverträgen boomte. Und der Trend hält an: Auch 2023 konnten die Bausparkassen Zuwächse einfahren, wenngleich auch nicht ganz so hohe wie im Jahr zuvor. Der Verband Privater Bausparkassen etwa rechnet fürs vergangene Geschäftsjahr mit einem deutlich zweistelligen prozentualen Plus beim Neugeschäft. Die Debeka zum Beispiel spricht mit Blick auf das Bausparergebnis 2023 von einem erfolgreichen Jahr. Die Gründe für den Bauspar-Aufwind sind unverändert: Mit dem Finanzprodukt lässt sich systematisch Eigenkapital bilden und es lassen sich, vor allem im aktuellen Vergleich, recht preiswerte Zinsen für ein Darlehen in der Zukunft sichern.

Zinssicherheit

Das liegt am Grundprinzip des Bausparens, das immer einen Sparvertrag mit einem Immobiliendarlehen kombiniert. Das heißt, zuerst wird über Jahre Eigenkapital angespart – in der Regel 30 bis 50 Prozent der Bausparsumme. Erst dann zahlt die Bausparkasse das bis dahin Ersparte zusammen mit einem Darlehen aus. Mit Vertragsschluss stehen somit sowohl die Guthabenzinsen in der Ansparphase als auch die Sollzinsen in der Darlehensphase fest. Gerade diese Planungssicherheit schätzen viele Menschen, die Wohneigentum erwerben oder ihr Haus sanieren möchten – insbesondere jetzt, da die Zinswende gezeigt hat, wie schnell sich Finanzierungsbedingungen ändern können.

Zinsvorteil

Hinzu kommt, dass die Bausparkassen nach wie vor günstige Darlehenskonditionen bieten. Auch wenn die ersten Institute ihre Tarife zum Jahreswechsel an das allgemeine Marktniveau angepasst haben, sind die Sollzinsen für Bauspardarlehen immer noch niedriger als die von anderen aktuellen Immobilienkrediten. Derzeit liegen sie je nach Bauspartarif zwischen 0,45 und 3,85 Prozent. Obwohl die Zinsen für Hypothekendarlehen zuletzt leicht gefallen sind, erwarten die meisten Marktbeobachter so bald keinen großen Zinsrutsch nach unten. Das macht es wahrscheinlicher, dass der Zinsvorteil von Bauspardarlehen auch in Zukunft bleiben wird.

Förderung

Darüber hinaus bietet das Bausparen einen weiteren Pluspunkt: Der Staat fördert es in Form von Prämien oder Zulagen. Wer die vermögenswirksamen Leistungen (VL) des Arbeitgebers in einen Bausparvertrag steckt, hat als Single Anspruch auf 43 Euro Arbeitnehmersparzulage pro Jahr – vorausgesetzt, er liegt unter bestimmten Einkommensgrenzen. Da diese Grenzen zum 1. Januar 2024 enorm angehoben wurden, sind seither Millionen Menschen mehr förderberechtigt. Für Alleinstehende stieg die Grenze des zu versteuernden Einkommens auf 40 000 Euro im Jahr (früher 17 900 Euro) und für Verheiratete auf 80 000 Euro (früher 35 800 Euro). Wer seinen Vertrag zudem mit eigenem Geld aufstockt oder einen weiteren Bausparvertrag ohne VL abschließt, kann auch eine Wohnungsbauprämie von maximal 70 Euro jährlich erhalten. Allerdings gelten auch hierfür Einkommensgrenzen: 35 000 Euro für Singles und 70 000 Euro für Ehepaare.

Neue Riester-Regeln

Außerdem können Riester-Berechtigte ihre Grund- und Kinderzulagen in einen Bausparvertrag fließen lassen. Auch bei diesem sogenannten Wohn-Riester gibt es eine Neuheit: Seit dem Jahreswechsel können Riester-Sparer ihr Vertragsguthaben inklusive Zulagen neben dem barrierearmen Umbau auch für die energetische Sanierung ihres Eigenheims verwenden.

Das gilt für viele Maßnahmen vom Heizungstausch über die Dämmung der Gebäudehülle bis hin zum Fenstertausch. „Die Mindestentnahme beträgt 6000 Euro, wenn die Modernisierung innerhalb von drei Jahren nach Anschaffung oder Herstellung der Wohnimmobilie erfolgt. Für spätere Maßnahmen müssen es mindestens 20 000 Euro sein“, heißt es bei den Experten der LBS NordWest.

Energiesparvertrag

Generell eignen sich Bausparverträge gut für die Finanzierung von Energiebilanz-Verbesserungen einer Immobilie. „Für energetische Sanierungen liegt die durchschnittliche Investitionssumme zwischen 50 000 und 70 000 Euro“, sagt Stefan Speicher, Sprecher der Bausparkasse Schwäbisch Hall. Das sind kleinere Summen, bei denen Banken oft nur Kredite gegen Zinsaufschlag gewähren. Für Bausparkassen gehören sie zum Tagesgeschäft: „Beim Bausparen entfallen sonst übliche Kleindarlehenszuschläge. Die Bausparkasse kann heute Kredite bis zu 50 000 Euro als Blankodarlehen ohne Kosten für Grundbucheintrag und Notar vergeben.“

Weitere Informationen

Ein mehrseitiges Dossier zum Thema „Bausparen“ gibt es kostenlos per E-Mail von: ratgeber@biallo.de

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