„Die Konjunktur stabilisiert sich auf niedrigem Niveau“ – so kommentierte das Ifo-Institut die leichte Verbesserung des Geschäftsklimas in Deutschland. Die befragten Unternehmen äußerten sich etwas weniger pessimistisch mit Blick auf die künftigen Geschäftserwartungen. Etwas verbessert hat sich das Geschäftsklima bei Dienstleistern und im Baugewerbe, während die Indikationen für die Industrie und den Handel erneut nachgaben.
Nun liegt der Fokus in der kommenden Woche auf der Veröffentlichung des GfK-Konsumklimas für Deutschland. Es ist allerdings kaum davon auszugehen, dass sich die zuletzt ebenfalls eingetrübte Konsumfreude nennenswert verbessert hat. Trotz derzeit deutlich steigender Löhne entscheiden sich viele Verbraucher noch immer für eine höhere Sparquote angesichts der in den letzten Jahren stark gestiegenen Preisniveaus, der schwachen wirtschaftlichen Entwicklung sowie eines außergewöhnlich hohen Maßes an politischer Unsicherheit.
Dabei spielen diverse globale Konfliktfelder eine Rolle, aber zunehmend wird auch die unklare politische Perspektive innerhalb Deutschlands zu einer Belastung der allgemeinen Stimmungslage und damit der Investitions- und Konsumbereitschaft. Ebenfalls in der kommenden Woche gibt es neue Arbeitsmarktdaten. Angesichts des allgegenwärtigen Arbeitskräftemangels ist grundsätzlich weiter von einer niedrigen Arbeitslosenquote auszugehen, allerdings könnten die anhaltend schwache Auftragslage in der Industrie sowie die zuletzt besonders bei Dienstleistern deutlich gestiegenen Löhne für einen zwischenzeitlichen Anstieg der Anzahl der Arbeitslosen sorgen. Immerhin bleibt es dabei, dass die schwache gesamtwirtschaftliche Nachfrage auch im Februar für nachgebende Inflationsraten in Deutschland und der Eurozone gesorgt haben dürfte. Die Teuerung nähert sich damit immer stärker der Zielmarke der Europäische Zentralbank von zwei Prozent an. Damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit für eine erste Leitzinssenkung im April oder spätestens im Juni.
Die Erwartung zeitnah sinkender Leitzinsen ist einer der wesentlichen Faktoren für die bereits seit Oktober 2023 anhaltende Aktienmarktrallye, in deren Zuge auch der deutsche Leitindex Dax gerade wieder einen neuen Allzeithöchststand erreicht hat. Hinzu kommt, dass die Hoffnungen auf die Errungenschaften der Künstlichen Intelligenz und deren Potenzial, die Produktivität künftig deutlich zu steigern, nicht nur die Aktien von Technologieunternehmen erheblich beflügelt.
Zudem erwirtschaften viele der größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland schon lange einen erheblichen Teil ihrer Umsätze und Gewinne im Ausland. Diese profitieren daher von der robusten Konjunkturentwicklung in einigen Schwellenländern sowie insbesondere in den USA. Die US-Wirtschaft dürfte im Zuge ebenfalls stark gestiegener Zinsen zwar in den kommenden Quartalen eine gewisse Abkühlung erfahren. Aus heutiger Sicht dürfte diese jedoch moderat und kurz ausfallen.