Fruchtsaft: immer ohne Zuckerzusatz

von Redaktion

Fruchtsaft würde wohl niemand als Nationalgetränk der Deutschen nennen – dennoch sind wir im Vergleich zu anderen Ländern Spitzenreiter im Verbrauch. Am beliebtesten sind traditionell Apfel- und Orangensaft.

Steht auf einer Packung die Bezeichnung „Fruchtsaft“, so besteht der Inhalt zu 100 Prozent aus Frucht. Der Saft kann dabei direkt aus den Früchten oder aus Konzentrat gewonnen werden. Für Direktsaft werden die Früchte nach der Ernte frisch gepresst, gefiltert und durch Erhitzen haltbar gemacht. Direktsaft kann auch Fruchtfleisch enthalten. Im Anschluss wird der Saft entweder in Flaschen gefüllt oder – wie etwa bei Orangensaft üblich – in gekühlten Tanks ins Abfüllland geliefert.

Für Konzentrat werden dem Saft nach dem Pressen unter Vakuum bei niedrigen Temperaturen Wasser und Aroma entzogen. Am Abfüllort wird das Konzentrat wieder mit Trinkwasser rückverdünnt und mit natürlichem Orangenaroma versetzt. Nun gleicht der Saft aus Konzentrat in Bezug auf Inhaltsstoffe, Fruchtgehalt und Aroma wieder dem ursprünglichen Saft. Auch der rückverdünnte Saft wird für die Haltbarkeit erhitzt und schließlich in Verbundkartons oder Flaschen abgefüllt. Auf der Verpackung muss „Fruchtsaft aus Fruchtsaftkonzentrat“ angegeben werden. Oftmals ist diese Kennzeichnung recht klein gedruckt oder überhaupt nur auf der Rückseite zu finden.

Direktsaft gilt als das hochwertigere Produkt, weshalb viele Hersteller dies ausdrücklich auf ihren Produkten bewerben – auch, wenn die Fruchtsaftverordnung hier gar keine verpflichtende Kennzeichnung vorsieht. Die Umweltbilanz beider Herstellungsverfahren ist für Endverbraucher nur schwer einzuschätzen. Das Eindampfen und Rückverdünnen von Saftkonzentraten benötigt Energie, der Transport und die Lagerung von Direktsäften wiederum ist aufwendiger als von Konzentraten, die nur einen Bruchteil an Gewicht und Volumen ausmachen.

Während Direktsaft aus heimischen Äpfeln jedoch nur über kurze Strecken transportiert werden muss, hat Orangensaft oft sehr weite Wege zurückgelegt, bevor er in deutschen Gläsern landet. Er stammt meist aus Brasilien, auch Mexiko und die USA sind wichtige Erzeugerländer.

Spanien exportiert vor allem frische Orangen nach Deutschland. Wer daraus selbst Saft pressen will, sollte die Früchte vorher gründlich mit heißem Wasser waschen. Das entfernt Verunreinigungen und bei Orangen aus konventionellem Anbau auch einen Teil der Pestizidrückstände. Ein Zuckerzusatz ist weder bei Direktsaft noch bei Saft aus Konzentrat erlaubt. Erzeugnisse mit zugesetztem Zucker oder Honig bezeichnet man als Fruchtnektar.

Nektar wird meist aus Früchten hergestellt, die von Natur aus so viel Fruchtsäure oder Fruchtfleisch enthalten, dass sie als purer Saft kaum trinkbar wären. Auch hier gibt es Vorschriften zum Fruchtgehalt, so muss etwa ein Johannisbeer- oder Granatapfelnektar mindestens 25 Prozent und ein Pfirsichnektar mindestens 50 Prozent Frucht enthalten.

Der Begriff Muttersaft ist dagegen nicht rechtlich geregelt – er hat sich aber eingebürgert für pure Säfte aus Früchten, die eigentlich erst verdünnt oder gesüßt genießbar sind, zum Beispiel aus Sauerkirsche, Erdbeere oder Rhabarber. Verdünnen empfiehlt sich auch bei herkömmlichem Fruchtsaft. Pur liefern Orangen-, Apfel- und andere Fruchtsäfte innerhalb weniger Schlucke viel Zucker und viele Kalorien. Günstiger ist es, den puren Saft mindestens im Verhältnis 1:3 mit Wasser zu einer Schorle zu mischen.

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