Die besten Kreditkarten für die Reise

von Redaktion

Sorglose Ferien: Viele Kreditkarten ermöglichen kostenloses Bezahlen im Urlaub. Doch Vorsicht: Bei den Zinsen für Ratenrückzahlung kann es doch noch teuer werden. © Julian Stratenschulte, dpa

Kreditkarte ist nicht gleich Kreditkarte. Den Unterschied zu kennen, ist vor allem vor einer Auslandsreise wichtig.

■ Echte und Debitkarten

Sie sehen so aus, sind aber gar keine. Immer mehr Plastikkarten, vor allem die der Direktbanken wie ING oder DKB, auf denen „Visa“ oder „Mastercard“ steht, sind in Wirklichkeit gar keine echten Kreditkarten mehr. Das erkennt man auf den zweiten Blick, wenn auf der Karte auch „Debit“ vermerkt ist. Mit ihnen hat man keinen Kreditspielraum mehr. Der bezahlte Betrag wird sofort vom Gehaltskonto abgebucht.

Auf Reisen, vor allem außerhalb der Eurozone, ist der Ärger mit solchen Karten oft programmiert. Mietwagen-Firmen, Fluggesellschaften oder Hotels geben sich mit diesen unechten Kreditkarten meist nicht zufrieden. Sie wollen eine echte Sicherheit, dass Rechnungen auch dann noch beglichen werden, wenn der Dispo auf dem Gehaltskonto schon ausgereizt ist und die Debitkarte keine Deckung mehr hat. Für Reisen außerhalb der Eurozone, also zum Beispiel in die USA, die Türkei oder die Schweiz, sollte man vorsichtshalber immer eine echte Visa- oder Mastercard dabeihaben.

Wer bislang noch keine besitzt, dem bieten sich grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Entweder man wendet sich an seine Hausbank oder man ordert eine Plastikkarte von einem Anbieter, der Kreditkarten ohne Kontobindung anbietet. Und am besten noch ohne eine Jahresgebühr.

■ Kostenlose Karten

Über das Internet lassen sich einige Kreditkarten von Anbietern beziehen, die auf eine Jahresgebühr dauerhaft verzichten. Mit ihnen können Sie weltweit kostenlos zahlen und meist sogar Bargeld ohne Gebühren abheben.

Wichtigste Punkte: Weltweit kostenlose Bargeldversorgung, Notfallbargeldservice von bis zu 500 Euro, Umsätze können komplett per Lastschrift eingezogen werden, 23,74 Prozent effektiver Kreditzins bei Teilzahlung, keine Versicherungsleistungen inklusive.

Weltweit kostenlose Bargeldversorgung, weltweit kostenfrei bezahlen, zinsfreier Kredit in den ersten drei Monaten nach Eröffnung, flexibler Lastschrifteinzug, 18,76 Prozent effektiver Kreditzins, keine Versicherungsleistungen inklusive.

Weltweit kostenlose Bargeldversorgung, Neukundenkredit bis zu 2000 Euro, 22,08 Prozent effektiver Jahreszins, Einzug offener Posten per Lastschrift zum Monatsende.

Weltweit kostenlose Bargeldabhebung, null Prozent Zinsen in den ersten drei Monaten, Einzug per Lastschrift, Kreditzinsen von 22,08 Prozent effektiv, keine Versicherungsleistungen.

Weltweit zahlen, zwei Prozent Tankrabatt, günstige Reisepakete zubuchbar, 12,95 Prozent effektiver Jahreszins bei Ratenzahlung, Bargeld abheben kostet drei Prozent der Bargeldsumme (im Ausland mindestens fünf Euro)

Die Unternehmen, die Kreditkarten ohne Jahresgebühr anbieten, wollen natürlich auch Geld verdienen. Das tun sie, indem sie Verbrauchern, die den monatlichen Gesamtbetrag nicht auf einen Schlag abbuchen lassen, oft horrende Sollzinsen von bis zu 25 Prozent abnehmen. Wer sofort zahlt, fährt gut mit diesen Karten.

■ Karten mit Jahresgebühr

Gerade für ältere Semester ist es dagegen viel sinnvoller, eine echte Kreditkarte der regionalen Bank oder Sparkasse zu ordern und dabei nicht allein auf den Preis zu schauen. Regionale Geldhäuser bieten zwar Standard-Kreditkarten zum Jahrespreis von rund 25 Euro an. Doch die bieten Reisenden nur die Zahlfunktionen ähnlich wie die kostenlosen von Barclays, Hanseatic und Co.

Viel schlauer ist, sich für eine goldene Kreditkarte zum Jahrespreis von 60 Euro (Nassauische Sparkasse) bis 99 Euro (Münchner Bank) je nach Anbieter zu entscheiden und damit gleichzeitig ein Reise-Versicherungspaket zu erhalten, das sich wirklich lohnt.

Dafür ein Beispiel: 75 Euro pro Jahr nimmt „Meine Bank“, eine Marke der Raiffeisenbank im Hochtaunus, für ihre Goldkarte, die an deren kostenloses Onlinekonto gebunden ist. Das Geldhaus erstattet bis zu 50 Euro der Gebühren, wird ein Jahresumsatz von 4.999,00 Euro mit der Kreditkarte erzielt. Als eine der wenigen Volksbanken bietet diese Bank ihr Girokonto überregional an.

Enthalten sind darin:

Diese Policen sind vor allem aus zwei Gründen interessant. Wer älter als 65 Jahre ist, dem wird oft die bisherige Auslandskrankenversicherung gekündigt beziehungsweise nur zu einem viel höheren Preis neu angeboten. Und die Reiserücktrittskosten-Police ist auch ganz unabhängig vom Einsatz der Karte! Das heißt: Wer eine Ferienwohnung bucht und die Miete dafür überweist, weil der Vermieter keine Kreditkartenzahlung akzeptiert, der genießt trotzdem Versicherungsschutz. Das ist bei den meisten anderen Kreditkarten viel schlechter geregelt. So beispielsweise bei der American Express Gold Card, die immerhin 144 Euro im Jahr kostet. Wer da eine Reise absagen muss, bekommt sein Geld nur zurück, wenn die Reise tatsächlich mit der Karte bezahlt wurde.

Das verbraucherfreundliche Versicherungspaket zum kleinen Preis gibt es praktisch bei fast allen Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken. Vorsichtshalber sollte man sich die jeweiligen Versicherungsbedingungen genau ansehen.

Noch ein Vorteil: Vor allem einige Sparkassen haben an die Goldkarte eine kostenlose Bargeldversorgung im Ausland gekoppelt. Das ist für die Urlaubsreise sehr interessant. Vorbildlich ist hier beispielsweise die Stadtsparkasse München. Bei den überregionalen Banken sind die Bedingungen der Goldkarten meist schlechter. Bei der Deutschen Bank zum Beispiel beinhaltet die Goldkarte für 82 Euro im Jahr nur eine Auslandskrankenversicherung.

Selbst einige Direktbanken bieten weiterhin echte Kreditkarten an, nur meist nicht mehr kostenlos. Die DKB berechnet für ihre Visa-Kreditkarte 2,49 Euro im Monat. Das Zahlen mit der Kreditkarte beziehungsweise Girocard ist im Euroraum kostenlos. Welche von beiden Karten außerhalb günstiger ist, ist je nach Geldhaus unterschiedlich. Das gleiche gilt für Bargeldabhebungen im Ausland.

Mehr Informationen

Ein mehrseitiges Dossier zum Thema „Kreditkarten“ gibt es kostenlos per E-Mail von: ratgeber@biallo.de

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