Guter Sonnenschutz für wenig Geld

von Redaktion

Sonnencreme soll vor hautschädigender UVA- und UVB-Strahlung schützen. © Panthermedia

42 Euro kosten 100 Milliliter der „Million Dollar Sun Cream“ des Herstellers Lush. Im Test versagte das Produkt aber gleich doppelt, berichtete gestern die Stiftung Warentest in ihrem aktuellen „test“-Heft (Ausgabe 7/2024). Sowohl beim UVA- als auch beim UVB-Schutz habe das Produkt von Lush versagt, und derart „massiv“, wie die Experten schreiben, dass die Sonnencreme kaum schütze. Test-Qualitätsurteil: mangelhaft. UVB-Strahlung verursacht dem Bericht zufolge Sonnenbrand, UVA-Strahlen lassen die Haut frühzeitig altern. „Beide begünstigen langfristig die Entstehung von Hautkrebs“, warnen die Experten. Die gute Nachricht für Kunden: Das beanstandete Produkt befindet sich offenbar nicht mehr im Handel. Laut Stiftung Warentest sei Lush mit den Test-Ergebnissen konfrontiert worden, daraufhin habe der Hersteller die Sonnencreme aus dem Verkauf genommen.

■ „sehr gute“ Sonnencreme ab 1,95 Euro

Wer seine Haut zuverlässig gegen UVA- und UVB-Strahlung schützen und damit das Hautkrebsrisiko minimieren möchte, muss auch nicht 42 Euro für ein kleines Döschen bezahlen. „Zuverlässige Sonnenschutzmittel müssen nicht viel kosten“, schreiben die Experten. Der positive Trend der vergangenen Jahre habe sich fortgesetzt. „Die zwei besten der 20 Sonnencremes im Test gehören zu den preisgünstigsten.“

Den Testsieger von Edeka („Sun D‘Or Sonnenspray transparent“) gibt‘s bereits für 2,15 Euro je 100 Milliliter. Noch günstiger und ebenfalls mit der Note „sehr gut“ bewertet ist das „Sunozon Sonnenspray“ von Rossmann – 100 Milliliter kosten 1,95 Euro.

■ Acht „gute“ Sonnencremes im Test

Insgesamt hat die Stiftung Warentest acht Sonnencremes mit der Note „gut“ bewertet, bei vier davon kosten 100 Milliliter weniger als fünf Euro. Im Einzelnen sind das: „Jean&Len – Sensitives Sonnenspray“ (Note 1,6/4,60 Euro je 100 Milliliter), „Nivea Sun – Schutz & Pflege“ (1,6/3,60 Euro), „Today Sun Transparentes Sonnenspray“ von Rewe und dessen Tochter Penny (1,6/2,65 Euro) sowie „Sundance Sonnenspray“ von dm (1,7/2,63 Euro).

■ Sechs Produkte sind „mangelhaft“

Und der aktuelle Test belegt: Viele Sonnencremes halten nicht, was sie versprechen. Neben dem 42-Euro-Produkt von Lush fielen fünf weitere Produkte durch. Als „mangelhaft“ erwiesen sich demnach „Ambre Solaire Sensitive Expert+ Ultraleichte Sonnenschutz- Milch“ von Als „mangelhaft“ erwiesen sich: Garnier Ambre Solaire Sensitive Expert+ Ultraleichte Sonnenschutz-Milch, i+m Naturkosmetik Berlin Sonnenspray, Lavera Naturkosmetik Sonnenlotion Sensitiv, Lidl Cien Sun Sonnenmilch, Lush Million Dollar Sun Cream und M. Asam Sun Care&Protect Sun Cream. , „i+m Naturkosmetik Berlin Sonnenspray“, „Lavera Naturkosmetik Sonnenlotion Sensitiv“, „Cien Sun Sonnenmilch“ von Lidl sowie „M. Asam Sun Care&Protect Sun Cream“.

Überrascht zeigten sich die Experten der Stiftung Warentest, dass die Sonnencremes von Lidl und Garnier in diesem Jahr nicht mehr wie in den Vorjahren zu den besten zählten, sondern sich unter den Verlierern fänden. Das Gegenteil ist bei dm der Fall: „Das Sundance Sonnenspray schneidet im aktuellen Test gut ab. Vergangenen Sommer fiel die Kids Sonnenmilch von dm mit der Note Mangelhaft durch.“ Das zeige, dass weder auf bestimmte Marken noch auf hochpreisige Produkte per se Verlass sei. Nur mit teuren Laboruntersuchungen ließe sich die Schutzwirkung messen und die Qualität einer Sonnencreme beurteilen.

■ Auch Sonnencreme für Kinder ist günstig

Spezielle Sonnencremes für Kinder hat die Stiftung Warentest in diesem Sommer nicht getestet. Der letzte Test ist bereits ein Jahr alt. Die Stiftung Warentest verweist aber auf Angaben der Hersteller, wonach viele der damals getesteten Produkte nach wie vor unverändert im Handel sind. Darunter auch die Testsieger: Vor einem Jahr waren das die „Cien Sun Kids Sonnencreme“ von Lidl für 2,75 Euro je 100 Milliliter und das „Sunozon Kids Sonnenspray“ von Rossmann für 1,66 Euro – beide schnitten „sehr gut“ ab.

■ Untersuchung auf Weichmacher

Zwar untersucht die Stiftung Warentest regelmäßig Sonnencremes, in diesem Jahr war aber etwas neu: „Erstmals haben wir untersucht, ob die Cremes, Lotionen und Sprays gesundheitskritische Weichmacher enthalten.“ Anlass seien Untersuchungen von Behörden gewesen, die in Urinproben ein Abbauprodukt von Weichmachern gefunden hätten, die aus Sonnencremes stammen könnten. In den Produkten von Newkee („01 Daily Sunscreen“) , Ladival („Allergische Haut Sonnenschutz Gel“), Müller („Lavozon Sonnenmilch“) sowie Kaufland („Bevola Classic Sonnenmilch“) wiesen die Tester Di-n-hexylphthalat nach, abgekürzt DnHexP. „Der Einsatz dieses Weichmachers ist laut EU-Kosmetikverordnung verboten“, kritisieren die Experten, sie sagen aber auch: „Die von uns ermittelten Konzentrationen bergen nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung kein akutes Gesundheitsrisiko.“

■ Großzügig auftragen

Bleibt die Frage: Wie viel Sonnencreme sollte man an einem heißen Badetag auftragen? Die Stiftung Warentest rät dazu, Sonnenschutzmittel möglichst großzügig zu verwenden. Faustformel: Eine 1,80 Meter große Person sollte eine Menge auftragen, die drei Esslöffeln entspricht – dann sei die Person „von Kopf bis Fuß“ geschützt.

■ Spartipp: Sonnencreme aus dem Vorjahr nutzen

Wer noch eine angebrochene Packung Sonnencreme aus dem Vorjahr hat, muss diese nicht zwingend im Müll entsorgen. Der Tipp der Test-Experten lautet: „Haben sich Aussehen und Geruch nicht verändert, sind Sonnenschutzmittel vom Vorjahr in der Regel weiter nutzbar.“

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