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Sommerliches Steinobst: Aprikosen

von Redaktion

Aprikosen sollte man vor dem Verzehr gut waschen, da sie anfällig für Schimmel und Pilzkrankheiten sind. © Panthermedia

Im Sommer fällt es besonders leicht, regelmäßig Obst zu essen: die Auswahl an frischer, reifer Ware aus Deutschland und Europa ist groß. Die optimale Reife einer Frucht geht meist auch mit dem besten Aroma einher. Das merkt man beispielsweise bei frischen Aprikosen, die es den ganzen Sommer über im Angebot gibt. Das wärmeliebende Steinobst stammt meist aus Mittelmeerländern wie Italien, Griechenland oder Frankreich, seltener aus österreichischer oder süddeutscher Ernte.

Beim Einkauf sollte man auf prall wirkende Früchte mit unversehrter Schale achten. Auch Schnuppern lohnt sich: reife Aprikosen duften aromatisch süß. Zu Hause möglichst bald genießen, denn reife Aprikosen sind bei Zimmertemperatur nur noch wenige Tage haltbar. Die Aufbewahrung im Kühlschrank ist möglich, aber nicht empfehlenswert: Anders als etwa kältetolerante Heidel- oder Himbeeren verlieren Aprikosen dort schnell an Aroma. Sind die Früchte beim Kauf noch nicht optimal reif, kann man sie einige Tage liegen lassen. Meist gewinnen sie dann noch an Aroma, wurden sie jedoch zu früh geerntet, werden sie einfach nur mehlig und bleiben fad im Geschmack.

Aprikosen sollte man wie die eng verwandten Pfirsiche und Nektarinen vor dem Verzehr stets gut waschen. Da sie anfällig für Schimmel und andere Pflanzenkrankheiten sind, ist im konventionellen Erwerbsanbau der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln üblich. Die süßen Früchte liefern einen gesundheitsförderlichen Mix aus Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen. Besonders reich sind sie an Beta-Carotin, auch Provitamin A genannt. Im Körper wird es in Vitamin A umgewandelt, das viele wichtige Aufgaben erfüllt, etwa bei der Zellteilung, beim Sehvorgang und für die Gesunderhaltung von Haut und Schleimhäuten. Da Aprikosen wenig Säure haben, eignen sie sich auch für empfindliche Mägen. Bei Babys und Kleinkindern können sie auch als mildes Hausmittel gegen Verstopfungen helfen.

Aprikosen schmecken nicht nur als frische Früchte, sondern lassen sich auch gut verarbeiten, zum Beispiel zu Konfitüre. Die passt nicht nur wunderbar aufs Brot, zu Croissants oder als Füllung in Faschingskrapfen, sondern ist auch fester Bestandteil der österreichischen Sachertorte. Die österreichische Küche kennt viele weitere Zubereitungen mit Marillen, wie die Aprikosen bei unseren Nachbarn heißen. Dazu zählen etwa Marillenknödel, Marillenessig und -schnaps. Aprikosen lassen sich aber auch herzhaft kombinieren, etwa zu Fleischgerichten oder gebackenem Käse. Halbierte, entkernte Aprikosen lassen sich füllen und überbacken, etwa mit klein gehackten Nüssen und Frischkäse.

Die Kerne der Aprikosen dienen als Rohstoff für Persipan, das sich ähnlich wie Marzipan für Süßwaren verwenden lässt. Bittere Aprikosenkerne werden, vor allem übers Internet, auch zum direkten Verzehr verkauft und teils als Heilmittel gegen Krankheiten wie Krebs beworben. Wissenschaftlich belegbar sind diese Wirkungen nicht. Stattdessen kann der Verzehr zu schweren Vergiftungen führen. Das liegt am Inhaltsstoff Amygdalin. Beim Kauen und Verdauen wird daraus giftige Blausäure freigesetzt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt daher, keinesfalls mehr als zwei bittere Aprikosenkerne zu essen bzw. auf den Verzehr möglichst zu verzichten.

Aprikosen-Crumble

Zutaten: 1 Kilo Aprikosen, 100 Gramm Mehl, 80 Gramm kalte Butter, 30 Gramm Haferflocken, 30 Gramm gemahlene Mandeln, 30 Gramm Zucker, 1 Packung Vanillezucker, 1 Prise Salz.
Zubereitung: Aprikosen waschen, halbieren, entkernen und in Spalten schneiden. Auf dem Boden einer gebutterten, ofenfesten Form verteilen. Butter in kleine Stücke schneiden. Die übrigen Zutaten in einer Schüssel gut vermengen. Die Butter hinzufügen und mit den Händen zügig zu Teigbröseln verarbeiten. Streusel auf den Aprikosen verteilen und im Ofen bei 180 Grad Umluft circa 20 Minuten goldbraun backen.

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