Das Alpin-Symbol dagegen schon.
Dieses Symbol reicht nicht mehr für den Winter.
Spätestens bei Schneefall ist Winterbereifung Pflicht. Aber auch bei Eisglätte, Schneeschmatsch oder Reifglätte müssen Autofahrer aufrüsten. © Bernd März/Imago
Die Nächte werden kühler, Laub fällt auf die Straßen, und auch Nebel kündet von der kälteren Jahreszeit: Es wird trotz derzeit noch milder Temperaturen allmählich Herbst in Deutschland. Autofahrer sollten sich darauf einstellen und sich um den Reifenwechsel kümmern.
Wann müssen Winterreifen aufgezogen werden?
Einen allgemein vorgeschriebenen Zeitpunkt für den Reifenwechsel gibt es in Deutschland laut Straßenverkehrsordnung nicht. Der Gesetzgeber schreibt lediglich vor, dass die Ausrüstung „an die Wetterverhältnisse anzupassen“ ist. Diese situative Winterreifenpflicht besteht demnach nur bei schlechten Straßenverhältnissen, etwa Schnee, Eis und Reifglätte. Die verbreitete Faustregel, wonach Winterreifen „von Oktober bis Ostern“ ans Auto gehören, hat sich laut Autoclub ACE aber bewährt, denn schon Anfang Oktober kann es zu plötzlichen Kälteeinbrüchen kommen.
Warum sind Winterreifen wichtig?
Bei niedrigeren Temperaturen kann der Fahrer mit Winterreifen besser bremsen und souveräner fahren. Die Gummimischung von Sommerreifen verhärtet sich bei sehr niedrigen Plusgraden, wodurch sich die Haftung auf der Straße spürbar reduzieren kann. Winterreifen werden aus einer weicheren Gummimischung mit zusätzlichen Rillen gefertigt, in denen sich Schnee und Matsch gar nicht erst festsetzen.
Welche Kennzeichnung ist nötig?
Früher reichten Winterreifen mit der M+S-Kennzeichnung, das stand für Matsch und Schnee. Ab diesem Winter reicht das nicht mehr aus und reine M+S-Reifen führen zu mindestens 60 Euro Bußgeld. Außerdem gefährdet man Versicherungsleistungen. Die alte Übergangsfrist, die es für vor 2018 produzierte M+S-Reifen gab, läuft damit aus. Das bereits seit Längerem verbreitete Alpin-Symbol, ein dreigezacktes Bergpiktogramm mit Schneeflocke, ist nun die einzig zulässige Kennzeichnung für Winterreifen.
Wie lange sind Winterreifen haltbar?
Laut ADAC büßen sie ab etwa sechs Jahren einen Teil ihrer Wintereigenschaften ein und sollten daher ausgetauscht werden. Die Gummimischung ist dann so hart geworden, dass der Grip bei tiefen Temperaturen nachlässt. Bei einem Neukauf sollten die Reifen laut ADAC maximal zwei Jahre alt sein, der ACE empfiehlt höchstens 18 Monate. Überprüfen lässt sich das anhand der sogenannten DOT-Nummer – die vierstellige Zahl an der Reifenflanke. Die Zahl 2321 bedeutet beispielsweise, dass die Reifen in der 23. Kalenderwoche im Jahr 2021 gefertigt wurden. Entscheidend bei Reifen ist aber die Profiltiefe.
Wie tief muss das Profil sein?
Vorgeschrieben sind mindestens 1,6 Millimeter. Experten empfehlen aber mindestens vier Millimeter Profiltiefe. Ein Tipp: Der silberne Rand einer Zwei-Euro-Münze ist exakt vier Millimeter breit.
Welche Geldbußen drohen für das Fahren mit Sommerreifen?
Erwischt die Polizei einen Autofahrer bei Schnee und Eis mit Sommerreifen, sind 60 Euro fällig. Dazu kommt ein Punkt in Flensburg. Mit 80 Euro und ebenfalls einem Punkt in der Verkehrssünderdatei müssen Autofahrer rechnen, die mit Sommerreifen unterwegs sind und andere behindern – etwa dadurch, dass sie im Straßenverkehr liegen bleiben. Dem Halter des Wagens drohen 75 Euro und ebenfalls ein Punkt.
Besteht im Winter mit Sommerreifen Versicherungsschutz?
Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft bleibt der Haftpflichtschutz für Autofahrer mit Sommerreifen in jedem Fall bestehen, wenn diese im Winter einen Unfall verursachen. Das heißt, die Versicherung zahlt dem Unfallopfer den Schaden. Allerdings kann es laut ADAC bei einem unverschuldeten Unfall Probleme mit der gegnerischen Haftpflichtversicherung geben und diese womöglich eine Mitschuld reklamieren. Bei der Kaskoversicherung kann passieren, dass wegen grober Fahrlässigkeit Leistungen gekürzt werden.