Rechtsbeistand ist teuer. Zusammen mit den Gerichtskosten hält das viele davon ab, ihr Recht einzufordern. Eine Versicherung verspricht Hilfe. © Erwin Wodicka via www.imago-imag
Die Stiftung Warentest hat 67 Rechtsschutzpolicen verglichen („Finanztest“-Heft Februar), die die Bereiche Privat, Beruf und Verkehr abdecken. Die Tester halten solche Versicherungen grundsätzlich für sinnvoll, weil vor Gericht und für Gutachten schnell hohe Kosten entstehen können.
■ Der Test
49 der 67 Policen erwiesen sich im Test als „gut“, 17 als „befriedigend“. Mit „sehr gut“ wurde nur eine Versicherung bewertet. Aber: Keine Police war schlecht. Bedacht werden muss nur, dass auch keine alle Streitigkeiten versichert. Im Kleingedruckten finden sich immer Ausschluss-Tatbestände. Für die verschiedenen Lebensbereiche gibt es einen definierten Mindestschutz, die besten Anbieter decken aber noch einiges mehr ab. Das war den Testern am wichtigsten: Zu 90 Prozent bestanden die jeweiligen Noten aus dem Umfang der Versicherung. „Vereinfacht gesprochen: Testsieger wird, wer möglichst viele Rechtsstreitigkeiten versichert und nur wenige Fälle vom Schutz ausnimmt“, schreibt „Finanztest“.
■ Die Bausteine
Rechtsschutzversicherungen sind üblicherweise nach dem Baukastenprinzip zusammengestellt. Dabei steht „P“ für Privat, „B“ für Beruf und „V“ für Verkehr. Diese drei Komponenten hat die Stiftung getestet. Es gibt darüber hinaus noch den Baustein „W“ für Wohnen:
Das PBV-Paket enthält nach den Musterbedingungen der Branche unter anderem folgende Punkte:
Nicht versichert laut Musterbedingungen sind zum Beispiel folgende Punkte:
■ Die Kosten
Die Kosten einer Police richten sich zum einen nach der Zahl der versicherten Bausteine, zum anderen auch nach dem Selbstbehalt, also dem Anteil, den der Versicherte im Schadensfall selbst begleicht. Je höher dieser Betrag, desto geringer in der Regel der Versicherungsbeitrag. Beispiel: Das Rechtsschutzpaket PBV kostet im Tarif Premium der ADAC Versicherung bei einem Selbstbehalt von 150 Euro pro Jahr rund 383 Euro. Bei 250 Euro Selbstbehalt sinkt der Preis auf 38 Euro. Ganz ohne Selbstbehalt kostet die Police dagegen 468 Euro pro Jahr. Die Stiftung Warentest empfiehlt, einen Selbstbehalt von 150 Euro abzuschließen.
Bei den Bausteinen muss jeder selbst prüften, was benötigt wird. Ein Gewerkschaftsmitglied kann sich den Baustein „Beruf“ unter Umständen sparen, jemand, der im Mieterverein ist, braucht den Baustein „Wohnen“ nicht unbedingt.
Wie in der Autoversicherung werden Kunden auch bei einigen Rechtsschutzversicherern für schadenfreie Jahre belohnt. Der vereinbarte Selbstbehalt wird herabgesetzt. Der Beitrag bleibt hingegen gleich.
■ Die Besten
Das beste Rechtsschutzpaket im Test für die Bereiche PBV war mit der Note „Sehr gut“ (1,5) der Tarif Optimal von WGV (Jahresbeitrag je nach Wohnort 372 bis 441 Euro). Es folgen jeweils mit der Note „Gut“ (1,7) die Tarife Premium der ADAC Versicherung (383 Euro), PBV Plus von VRK (306 bis 345 Euro) und PBV Plus von HUK-Coburg (285 bis 321 Euro). Letzterer ist auch Preissieger im Test.
CORINNA MAIER