Positive Bilanz: Im Sommerreifen-Test des ADAC wurden elf der 18 Pneus mit „gut“ bewertet. © Marc Wittkowski/dpa
Der ADAC hat sich gerade sportliche Sommerreifen in der Größe 225/40 R 18 genauer angesehen. Sie passen auf beliebte Autos wie den VW Golf, den Audi Q3, den Skoda Octavia, den Opel Astra oder 1er von BMW. Laut Herstellern bieten sie guten Grip in Kurven und sind oft bis Tempo 270 oder sogar 300 zugelassen.
■ Billigster Reifen fällt durch
Dabei zieht der Club eine erfreuliche Bilanz: elf der insgesamt 18 getesteten Pneus für Preise zwischen rund 76 bis 146 Euro pro Stück wurden mit „gut“ bewertet. Vier bekamen ein „befriedigend“, zwei waren „ausreichend“ und der günstigste Kandidat fiel mit „mangelhaft“ (Note 5,5) durch: der Doublecoin DC-100 aus China für 76 Euro je Reifen. Dieser zeigte nicht nur eine schwache Leistung auf trockener Straße. Das Ergebnis im Nassen war „erschreckend“, so der ADAC. Hier kam der Reifen beim Bremsen aus Tempo 80 erst 17 Meter hinter dem Testsieger zum Stehen, nämlich nach schier endlosen 45 Metern. Schuld ist unter anderem eine extrem harte Gummimischung. Da hilft es auch nicht, dass sie dem Doublecoin mit 74 400 Kilometern mit Abstand zur höchsten Laufleistung verhilft. Zum Vergleich: Der GitiSport 2 gab schon nach 33 600 Kilometern auf, das Gros der Konkurrenz landete zwischen 40 000 und 50 000 Kilometern.
Ein Dämpfer für Sparfüchse: auch zwei weitere Billigreifen waren nicht empfehlenswert, nämlich der Syron Tires Premium Performance für 84 Euro und der bei ATU vertriebene Norauto Prevensys 4 für 94 Euro. Beide erhielten nur die Gesamtnote 3,9. Mit den beiden günstigen Modellen ließ sich der Testwagen nicht mehr präzise steuern und war im Grenzbereich schwer beherrschbar.
■ Testsieger kostet 133 Euro
Im Test die Nase vorn hatte der eher hochpreisige „Continental SportContact 7“ für 133 Euro pro Reifen. Für einen Satz mit vier Reifen werden bei ihm also 532 Euro fällig, also über 200 Euro mehr als mit dem Doublecoin. Doch der Conti ist sein Geld wert: Er konnte in allen Kategorien überzeugen und erreichte mit 1,8 die beste Note im Test. Der Reifen hatte mit 28,4 Metern den kürzesten Bremsweg auf nasser Straße. Zudem ließ er sich auf nasser und trockener Straße „absolut sicher und leicht beherrschen“, schreibt der Club in einer Mitteilung. Auch in der Umweltbilanz zeigte er sich gut. Bei der Laufleistung lag er mit 43 400 Kilometern im Mittelfeld. Dahinter und ebenfalls „gut“: Der „Bridgestone Potenza Sport“ (121 Euro), der insgesamt die Note 1,9 erreichte. Dieselbe Note ergatterten auch der „Goodyear Eagle F1 Asymmetric 6“ (128 Euro) und der „Michelin Pilot Sport 5“ (146 Euro), der teuerste Reifen im Test.
■ Auch günstige Reifen gut
Aber Qualität hängt nicht nur am Preis: Mit „gut“ und Noten zwischen 2,2 und 2,4 rollten auch sieben weitere Pneus vor – auch aus der mittleren Preisklasse. Sie zeigen dem Club zufolge, dass auch in diesem Segment eine gute Balance zwischen Fahrsicherheit, Umweltbilanz und Preis möglich sei. Der Günstigste im Test des ADAC mit der Bewertung „gut“ ist der „Nexen N Fera Sport“ mit der Gesamtnote 2,4 für rund 99 Euro.
HÖSS/DPA