Trotz hoher Nachfrage sollen Eier vor Ostern nicht knapp werden. © LiliGraphie, Panthermedia
Rot, gelb oder grün – bunte Eier stoßen zum Osterfest nicht nur bei Kindern auf Begeisterung. Hunderte Millionen werden jedes Jahr verkauft oder selbst gefärbt. Seit einiger Zeit gibt es jedoch Berichte darüber, dass die Eier in Deutschland knapp werden könnten. Wie ist die Situation?
Das Angebot
Tatsächlich ist es so, dass Angebot und Nachfrage in den vergangenen Wochen nicht zusammengepasst haben. Das berichtete der Bundesverband Ei, der die Eierwirtschaft in Deutschland vertritt. Es gab auf dem Markt weniger Hühnereier als benötigt. In der Folge stiegen die Großhandelspreise rapide in die Höhe. Die Situation hat sich Verbandspräsident Hans-Peter Goldnick zufolge mittlerweile aber gebessert: „Wir werden zu Ostern genügend Eier haben.“
Das Problem
Eierproduzenten stehen vor mehreren Problemen. Eines davon ist die Vogelgrippe. Wegen der Seuche mussten zuletzt immer wieder Legehennen-Bestände gekeult werden, unter anderem in Norddeutschland. Bis neue Hennen herangewachsen sind, die diese Lücke füllen können, dauert es einige Monate. Verstärkt wird das durch Fälle auf der ganzen Welt. Denn Deutschland kann sich nicht komplett selbst mit Eiern versorgen. Die Nachfrage konnte im vergangenen Jahr nur zu 72 Prozent mit der heimischen Produktion gedeckt werden. Daher müssen Eier aus dem Ausland importiert werden.
Die Preise
Kunden fanden in Lebensmittelgeschäften zuletzt bisweilen nur ein reduziertes Angebot an Eiern vor. Seit zwei Wochen hat sich die Lage nach Angaben des Bundesverbands des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) deutlich verbessert. „Die Eier-Preise sind stabil“, sagte Goldnick. Zwischen den Händlern und den Eier-Produzenten gebe es in der Regel einjährige Verträge, die im August oder September geschlossen werden. In den meisten Fällen seien also frühestens im Herbst Preiserhöhungen möglich.
Wie bei anderen Lebensmitteln mussten Verbraucher aber bereits in der Vergangenheit deutlich höhere Preise hinnehmen: Im Februar waren Eier 40,7 Prozent teurer als im Durchschnitt des Jahres 2020, wie Daten des Statistischen Bundesamts zeigen.
Dass Eier zuletzt knapp waren, hat auch mit der großen Nachfrage zu tun. Der Eier-Verbrauch ist 2024 um mehr als vier Prozent auf 20,8 Milliarden Eier gestiegen. Rechnerisch wurden hierzulande im Schnitt pro Person 249 Eier konsumiert – zehn mehr als im Vorjahr.