MSC-Siegel u.a. für Wildfang
ASC-Siegel für Aquakulturen
Fisch-Siegel von Naturland oder Bioland
Überfischung bedroht viele Arten. Der Fischratgeber des WWF erklärt, was beim Einkauf wichtig ist. © Jonas Walzberg, dpa
Grün, gelb rot: Wie bei einer Ampel hat die Naturschutzorganisation WWF in ihrem Fischratgeber die Sorten markiert. Verbraucher erkennen so auf einen Blick, ob ein Fisch unbedenklich oder eingeschränkt zu genießen ist oder aus Nachhaltigkeitsgründen lieber nicht im Einkaufskorb landen sollte. Oft muss man zwei Mal schauen (unter www.wwf.de), denn manche Bestände sind je nach Herkunftsgegend unterschiedlich zu bewerten. Hier einige Beispiele:
■ Makrele/Hering
Stammen Makrele oder Hering aus dem Nordostatlantik, leuchtet die WWF-Ampel rot auf, denn die Region gilt als stark überfischt. Im grünen Bereich ist lediglich der Nordseehering, bei der Makrele sind es Fänge aus dem östlichen Mittelatlantik.
■ Alaska-Seelachs
Ein beliebter Fisch, der – wenn er aus der zentralen Beringsee kommt – die beste Wahl ist. Andere Fanggebiete sind immerhin „gelb“, also zweite Wahl, und damit durchaus vertretbar. Bei Alaska-Seelachs lobt der WWF zudem, dass fast alle Ware, die in Deutschland verkauft wird, MSC-zertifiziert ist (siehe Siegel rechts).
■ Lachs
Bei Lachs sollte man am besten bei Wildlachs aus Alaska oder Kanada zugreifen. Wenn der nicht erhältlich oder zu teuer ist, sollten Verbraucher zumindest darauf achten, dass der Lachs aus Europa stammt (Norwegen, Schottland, Irland, Faröer Inseln oder Island) oder als Wildfang aus dem Nordostatlantik. Die meisten Lachsprodukte in deutschen Supermärkten stammen aus Aquakulturen. Wenn das in offenen Netzgehegen im Meer oder in Flussmündungen geschieht, ist es meistens akzeptabel. Problematisch ist, wenn die Tieren in großer Dichte gehalten werden und wegen Parasiten und Krankheiten Chemikalien und Antibiotika eingesetzt werden.
■ Karpfen/Forelle
Der Ostertipp der Naturschützer sind Forellen und Karpfen aus regionaler Bio-Zucht. Heimische Fische haben immer den Umweltbonus, dass sie keine weiten Transportwege zurücklegen müssen. Regenbogenforellen sind laut WWF auch aus Aquakulturen (Teichanlagen, Kreislaufanlagen) aus Dänemark, Norwegen, Schweden der Schweiz oder Finnland empfehlenswert.
■ Kabeljau (Dorsch)
Der beliebte Kabeljau (in der Ostsee Dorsch genannt), kann laut WWF die Unbedenklichkeitsbescheinigung nur bekommen, wenn er aus dem Nordostatlantik (Island) aus Langleinen-Fischerei stammt. Bedingt akzeptabel (gelb) sind noch Grundschleppnetze aus Island und Wildfang aus dem Nordpazifik (USA). Viele anderen Herkunftsregionen gelten als völlig überfischt.
■ Aal, Granatbarsch, Rochen und Hai (Schillerlocke)
Diese Fischarten gehören nach Einschätzung der Naturschützer gar nicht auf den Tisch. Sie zählen zu den bedrohten Arten, sind teils sogar vom Aussterben bedroht, so der Fischratgeber.
■ Umweltlabel
Grundsätzlich sollte man beim Fischkauf auf Umweltlabel achten. Das Marine Stewardship Council (MSC) zum Beispiel prüft Fischereien nach Kriterien der Umweltverträglichkeit. Es bietet bei Wildfang derzeit die beste Orientierungshilfe. Auch Bioland oder Naturland haben eigene Fisch-Siegel. Vertrauenswürdig ist für den WWF auch das ASC-Siegel (Aquaculture Stewardship Council).
Grundsätzlich sollten Verbraucher beim Einkauf auf umweltschonende, selektive Fangmethoden wie Handleinen und Angelleinen oder auf Bio-Aquakultur achten.
COM, DPA