So spart man Heizkosten

von Redaktion

Wer an der richtigen Stelle die Heizung runterdreht, kann bares Geld sparen. © Imago

Die Heizkostenabrechnung bietet einen detaillierten Überblick über den eigenen Verbrauch. Das ermöglicht Sparmaßnahmen. © IMAGO/Jürgen Schott

Eigentümer wie Mieter erhalten jedes Jahr eine Heizkostenabrechnung. Darin stehen viele Zahlen, die wertvolle Informationen dazu enthalten, wie man beim Heizen und Warmwasserverbrauch Geld sparen kann.

■ Der Überblick

Die Abrechnung bietet hauptsächlich Angaben zu den Kosten der Heizung, sowie des verbrauchten warmen und kalten Wassers. Mieter-Abrechnungen müssen laut Verbraucherportal Finanztip mindestens folgende Punkte aufweisen: „die Aufteilung von Grundkosten und Verbrauchskosten, den tatsächlichen Verbrauch von Heiz- und Warmwasserkosten, sowie die Aufteilung der Kohlendioxid-(CO2)-Kosten auf Mieter und Vermieter“.

■ Gesamtkosten

Der Abrechnungsdienstleister Techem präsentiert die entscheidenden Zahlen auf der ersten Seite unter der Überschrift „Ihr Anteil an den Gesamtkosten“. So ähnlich halten es die meisten Anbieter. Weil sich oft mehrere Eigentumswohnungen in solchen Gebäuden finden, müssen die Heiz- und Wasserkosten unter den Parteien aufgeteilt werden. Begründung: Wohnungen etwa im Erdgeschoss oder Dach, die wegen der ungünstigen Lage sehr hohe Heizkosten haben, sollen nicht über Gebühr belastet werden. In der Praxis wird deshalb meist ein Teil der Energiekosten nach Quadratmetern unter allen Parteien aufgeteilt (Grundkosten) und ein Teil individuell abgerechnet (Verbrauchskosten).

■ Individuelle Kosten

Der individuelle Kostenanteil wird ebenfalls auf Seite 1 aufgeschlüsselt. Für die große Küche sind im Beispiel 20 Prozent der individuellen Heizkosten angefallen, für Arbeitszimmer und Bad jeweils 15 Prozent. Hieraus lassen sich Schlüsse ziehen, erklärt Energieberaterin Margrit Unger. Dass im Bad genauso viel Wärme gebraucht wurde wie im Arbeitszimmer, sei ein Hinweis: „Vielleicht läuft dort die Heizung den ganzen Tag, obwohl das Bad nur eine Stunde benutzt wird?“, fragt Unger. Eine andere mögliche Ursache: „Das Fenster ist undicht.“ So kann der genauere Blick in die Heizkostenabrechnung zu Verhaltensänderungen oder auch Reparaturen führen, die die Wärmekosten reduzieren. Einsparmöglichkeiten von zehn Prozent sind keine Seltenheit.

■ Bewohner-Vergleich

Einen weiteren Zugang zur Beurteilung der Wärmekosten bietet die Seite 5 der Eigentümer-Abrechnung von Techem. Dort werden die eigenen Verbrauchswerte ins Verhältnis gesetzt zum „Durchschnittsnutzer“, womit der Durchschnitt der anderen Wohnungen im Haus gemeint ist. Liegt der individuelle Verbrauch deutlich über dem Durchschnitt, mag das damit zu tun haben, dass mehr Personen in der Wohnung leben. Ein anderer Grund könnte aber zum Beispiel auch im ausgiebigen Duschen liegen – was man ändern kann, wenn man will.

■ Bundesweiter Vergleich

Seite 6 der Standardabrechnung bietet eine weitere interessante Einordnung: Dort werden die individuellen Wärmekosten pro Quadratmeter ausgewiesen. Wer mit dieser Information den Heizspiegel von www.co2online.de kontaktiert, findet heraus, wo die eigene Wohnung im bundesweiten Vergleich rangiert.

■ Energieeffizienz

Einen Hinweis darauf, wie energieeffizient das Haus insgesamt ist, ergibt ein Blick auf das CO2-Stufenmodell, das sich auf Seite 4 der Abrechnung findet. Wohngebäude werden dort in zehn Stufen anhand ihres CO2-Ausstoßes eingeteilt. Einschränkung aber auch hier: In den CO2-Ausstoß geht ebenfalls beides ein – individuelles Verhalten und Gebäudesubstanz.

■ Konsequenzen

Liegt das jeweilige Gebäude im Heizspiegel und CO2-Stufenmodell im mittleren oder oberen Bereich, könnten sich die Bewohner und Eigentümer zusammensetzen und überlegen, ob sie den Energiebedarf senken wollen. Ein erster Schritt in diese Richtung kann darin bestehen, eine staatlich geförderte Energieberatung in Anspruch zu nehmen. Die Energieberater überprüfen die jeweilige Immobilie und erarbeiten einen „individuellen Sanierungsfahrplan“. Dieser beinhaltet Vorschläge und errechnet die mögliche Energieeinsparung durch die Maßnahmen.

Artikel 5 von 5