Krabben rar und extrem teuer

von Redaktion

Krabbenbrötchen sind im Norden eine Spezialität. Heuer sind die Preise dafür enorm gestiegen – in manchen Geschäften sind sie ganz von der Speisekarte gestrichen. © Marcus Brandt

Wer Krabbenbrötchen essen möchte, muss tief in die Tasche greifen, selbst an den Küsten. In einigen Orten werden zweistellige Preise aufgerufen, an anderen werden Krabbenbrötchen zum Tagespreis angeboten. Der Erzeugerpreis für ein Kilogramm Krabben mit Schale beträgt derzeit 12 bis 13 Euro, wie die Sprecherin des Fisch-Informationszentrums, Julia St.-Böthig, sagte. Das ist ein Drittel mehr als im Durchschnitt des vergangenen Jahres.

„Was am Ende im Verkauf aufgerufen wird, ist abhängig von den weiteren Verarbeitungs- und Vertriebswegen“, sagte St.-Böthig. Ein Fischbistro in Flensburg etwa verkauft die Krabbenbrötchen zum Tagespreis, wie an einer Preistafel zu sehen ist. Ein Fischgeschäft in Büsum bietet die Krabbenbrötchen für 8,50 Euro an.

Im Bistro „Brücke 10“ an den Landungsbrücken in Hamburg kosten die Krabbenbrötchen sogar 15 Euro. „Wir bekommen nur die Hälfte der Lieferungen, die wir bestellen“, sagte ein Mitarbeiter des Bistros. „Solange es nicht mehr Krabben gibt, werden die Krabbenbrötchen wahrscheinlich noch teurer.“

Krabben sind ein saisonales Produkt, das mitunter starken Schwankungen unterworfen ist. „In den Wintermonaten werden traditionell die meisten Krabben gefangen“, sagte St.-Böthig. Vergangenen Winter seien die Fänge jedoch zurückgegangen, was auch an der explosionsartigen Vermehrung des Blauen Wittlings liege. Das ist ein kleiner Verwandter des Kabeljaus und ein natürlicher Fressfeind der Krabbe.

Wissenschaftliche Erkenntnisse deuteten zudem darauf hin, dass der zunehmende Ausbau von Windparks und Stromkabel in der Nordsee auch Einfluss auf die Krabbenbestände haben könnte, sagte St.-Böthig. Das sei allerdings noch nicht ausreichend erforscht.

Fest steht: Seit ein paar Jahren landen immer weniger Krabben in den Netzen. Von 2003 bis 2014 konnten die Fischer pro Jahr fünfstellige Fangmengen abliefern, meist zwischen 11 000 und 14 000 Tonnen. Seit 2015 sind es – mit Ausnahme von 2018 – nur noch vierstellige Zahlen, im Schnitt um die 7000 Tonnen.

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