Preisschwankungen an der Zapfsäule und überhöhte Preise in den Tankstellen-Shops: Der Tankstellen-Interessenverband (TIV) sieht sowohl Verbraucher als auch Pächter im Nachteil und fordert ein Ende der „kartellrechtlich zweifelhaften Eskapaden“. Bundesregierung, EU-Kommission und Kartellamt müssten aktiv werden, sagte Geschäftsführer Jochen Wilhelm in Berlin.
Der Verband zählt nach eigenen Angaben knapp 700 Mitglieder – die meisten von ihnen Tankstellenpächter. Die Konzerne nutzten ihre Marktmacht gnadenlos aus, hieß es. „Die Preise purzeln täglich mehrfach“, sagte Wilhelm und sprach von „Verwirrungspreisen“. Mit dem Ölpreis auf dem Weltmarkt, der oft über Tage nahezu konstant sei, hätten die Tankstellenpreise längst nichts mehr zu tun, teilte der TIV mit.
Eine Auswertung von gut 14 000 Tankstellen in Deutschland durch das Vergleichsportal benzinpreis.de hatte zuletzt ergeben, dass mehr als 11 000 Tankstellen zwischen 12. und 18. Mai Preise meldeten, die teilweise für weniger als 15 Minuten galten. Bei 3851 Tankstellen registrierte das Portal sogar einzelne Preise, die nicht einmal 5 Minuten lang galten. Das Bundeskartellamt hatte bereits im Frühjahr mitgeteilt, mögliche Wettbewerbsprobleme im deutschen Kraftstoffgroßhandel zu prüfen.
DPA