Rauchmelder: Das ist zu tun

von Redaktion

Rauchmelder sollten einmal im Jahr überprüft werden, indem der Knopf in der Mitte des Geräts gedrückt wird – das löst den Alarm aus und zeigt, dass er funktioniert. © Panthermedia

Bei einem Brand zählt jede Sekunde. Rauchmelder können Bewohnern da einen wichtigen Zeitvorteil verschaffen: Im Ernstfall lösen sie einen schrillen Alarmton aus.

In welchen Räumen sind Rauchmelder Pflicht?

Bei gängigen Geräten handelt es sich meist um optische Rauchmelder – sie funktionieren nach dem Streulichtprinzip. Das bedeutet: „Der Rauchmelder reagiert schon bei geringen Konzentrationen von Brandrauch, ohne jedoch bereits bei leichtem Rauch von etwa Zigaretten Alarm auszulösen“, erklärt Claudia Groetschel von der Initiative „Rauchmelder retten Leben“. In allen Bundesländern besteht eine gesetzliche Pflicht, Wohnräume mit Rauchmeldern auszustatten – dies gilt laut Groetschel sowohl in Neu- als auch Bestandsbauten.

Was gilt in Bayern?

Die Initiative weist darauf hin, dass Rauchmelder in Bayern in allen Schlafräumen und Kinderzimmern von Wohnungen und Eigenheimen angebracht werden müssen. Außerdem sind sie Pflicht in allen Fluren, über die Rettungswege ins Treppenhaus oder ins Freie führen. „In Einfamilienhäusern mit einem offenen Treppenraum, der zu den Wohnräumen nicht durch Türen abgetrennt ist, gilt dieser auch als Fluchtweg und muss ebenfalls mit mindestens einem Rauchmelder, idealerweise mit je einem Melder auf jedem Stockwerk ausgestattet werden“, heißt es.

Wo sind Rauchmelder noch sinnvoll?

In Berlin und Brandenburg sind zusätzlich noch Rauchmelder in Wohnzimmern vorgeschrieben. „Das ist auch in den anderen Bundesländern empfehlenswert, denn gerade im Wohnzimmer werden die meisten elektrischen Geräte genutzt, die Brände auslösen können“, erklärt Groetschel. Silvia Oestreicher empfiehlt, darüber hinaus weitere Rauchmelder im Haus anzubringen: „Sinnvoll sind sie zum Beispiel auch in Kellerräumen, wo oft elektrische Werkzeuge betrieben werden oder E-Bikes stehen, die nachts aufgeladen werden.“ In Häusern mit mehreren Etagen sei es zudem sinnvoll, Funk-vernetzte Rauchmelder zu nutzen. „Sie lösen alle gleichzeitig aus, wenn an einer Stelle Brandrauch entsteht. Damit gewinnt man wertvolle Zeit“, so Oestreicher. So bekommen Eltern auch im Schlaf sofort mit, wenn es etwa im Kinderzimmer zu brennen beginnt.

Was ist mit der Küche?

Für die Küche sind gewöhnliche Rauchmelder nicht geeignet. Denn herkömmliche Systeme können auch bei Wasserdampf auslösen, der beim Kochen entsteht – das führt zu Fehlalarmen, erklärt Groetschel. Andererseits ist die Küche ein Ort in der Wohnung, an dem besonders oft Wohnungsbrände entstehen können. Für solche Fälle gibt es sogenannte Herdwächter, die Alarm schlagen und sogar den Herd ausschalten, wenn zu viel Hitze entsteht“, erläutert Groetschel.

Wer ist für die Installation verantwortlich?

Für die Installation ist immer der Eigentümer verantwortlich – in Bayern sowohl bei selbst genutztem als auch in vermietetem Wohnraum, so die Initiative.

Worauf ist beim Kauf zu achten?

Rauchmelder gibt es in verschiedenen Preis- und Qualitätsklassen. „Man sollte nicht den günstigsten nehmen“, so Oestreicher. Um sich nicht in falscher Sicherheit zu wiegen, empfiehlt sie geprüfte Ware aus dem Fachhandel. Zu einem anderen Ergebnis kam die Stiftung Warentest im Jahr 2021: Demnach sind auch günstige Rauchmelder gut. Die fünf besten Standard-Rauchmelder waren damals der Abus RWM150 für 18,90 Euro, der Hekatron Genius Plus Edition für 22 Euro, der Busch-Jaeger Professional Line 6833-84 und der Ei Electronics Ei650 für je 25 Euro, außerdem für 29,90 Euro der sehr kompakte sowie laute Cavius 2007–004. Sämtliche damals getesteten Geräte sind nach wie vor im Handel erhältlich.

Woher beziehen Rauchmelder ihren Strom?

Die allermeisten Rauchmelder haben eine fest eingebaute Batterie. Besonders empfehlenswert: Rauchmelder mit dem Qualitätszeichen „Q“. „Sie verfügen neben einer fest eingebauten 10-Jahres-Lithium-Langzeitbatterie über eine bessere Messelektronik sowie stabilere Komponenten und ein stabileres Gehäuse als andere Geräte“, so Groetschel. Übrigens: Für die Installation braucht es keinen Fachbetrieb. Auch Eigentümer können sie einfach anbringen.

Worauf ist während des Betriebs zu achten?

„Die Batterien halten etwa zehn Jahre und müssen dann ausgetauscht werden“, so Groetschel. Wenn sie leer sind, machen sie sich durch ein leises Piepen bemerkbar. Einmal im Jahr sollten Bewohner die Funktionstüchtigkeit aller Rauchmelder überprüfen. Dazu drückt man zum Beispiel mit Hilfe eines Besenstiels von unten auf den Testknopf. Oder man steigt auf eine Leiter und drückt den Knopf direkt. „Bei dieser Gelegenheit kann man das Gerät auch gleich noch entstauben“, empfiehlt Groetschel. Das sei wichtig, weil nicht nur Rauch, sondern auch kleinere Partikel wie Insekten oder Staub einen Alarm auslösen können. Einmal im Jahr sollte man seine Rauchmelder also überprüfen und abstauben.

Was passiert, wenn man bei einem Fehlalarm nicht zu Hause ist?

„Aufmerksame Nachbarn werden dann die Feuerwehr rufen“, so Oestreicher. Die bricht aber nicht gleich die Wohnungstür auf: „Die Einsatzkräfte checken erst einmal, ob sie etwa Brandgeruch wahrnehmen“, so die Sprecherin des Deutschen Feuerwehrverbandes. Solche Fehlalarme kämen in der Praxis relativ selten vor.


MIT MATERIAL VON SH

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