Donald Trump in einem Werk von US Steel. © dpa (Archiv)
Washington – Die USA haben ihre Einfuhrzölle auf Stahl und Aluminium von 25 auf 50 Prozent erhöht. Die von Präsident Donald Trump unterzeichnete Anordnung trat in der Nacht zum Mittwoch in Kraft. Besonders stark betroffen von der Verdopplung sind die US-Nachbarstaaten Kanada und Mexiko, auch die EU und Deutschland liefern Metallprodukte in die USA. Brüssel will weiter mit Washington verhandeln. Ausgenommen von der jüngsten Zollerhöhung ist lediglich Großbritannien, hier bleibt der Zollsatz bei 25 Prozent.
Trump begründet die noch höheren Zölle mit der nationalen Sicherheit. Die bisherigen Aufschläge hätten bereits Wirkung gezeigt, doch die Produktion in den USA sei „im Hinblick auf die Erfordernisse der nationalen Verteidigung“ nicht ausreichend angekurbelt worden, heißt es in der Anordnung. Es gehe nun darum, „wirksamer gegen andere Länder vorzugehen, die weiterhin überschüssigen Stahl und Aluminium zu niedrigen Preisen in den Vereinigten Staaten abladen“.
Stahl und Aluminium war der erste Sektor, der von der Zolloffensive getroffen wurde. Der Aufschlag in Höhe von 25 Prozent trat Mitte März in Kraft. Später weitete Trump ihn auf Autos aus, Pharmaprodukte und Halbleiter sollen folgen. In der vergangenen Woche hatte er mit generellen Zöllen auf EU-Waren in Höhe von 50 Prozent gedroht, diese jedoch dann zunächst wieder aufgeschoben.
Die EU-Kommission bezeichnete die jüngste Zollerhöhung als „zutiefst“ bedauerlich und warnte, dass dies „die laufenden Bemühungen um eine Verhandlungslösung“ untergrabe. Vergeltungsmaßnahmen stünden bereit.
Für Unruhe an den Märkten sorgten auch wieder aufgeflammte Spannungen zwischen Washington und Peking. Die chinesische Regierung hatte am Montag Vorwürfe aus Washington zurückgewiesen, die Volksrepublik habe gegen ihre Vereinbarung zur Senkung der gegenseitigen Zölle verstoßen. Hintergrund sind chinesische Exportbeschränkungen bei Seltenen Erden. Die USA und China hatten sich Mitte Mai darauf verständigt, die gegenseitigen Zölle für zunächst 90 Tage stark zu reduzieren.
AFP