Mehr Urlaub dank Brückentag: Insbesondere zu Jahresbeginn und im Frühjahr lassen sich die Feiertage im Jahr 2026 für einen verlängerten Urlaub nutzen. © Smarterpix
Der 1. Januar ist im kommenden Jahr ein Donnerstag, Heilige Drei Könige am 6. Januar fällt auf einen Dienstag, und der 1. Mai ist ein Freitag: Arbeitnehmer dürfte das freuen, ein zusätzlicher Urlaubstag reicht aus, um vier Tage am Stück frei zu haben. Hinzu kommen Christi Himmelfahrt und Fronleichnam, die traditionell auf einen Donnerstag fallen. Der Sommer und der Herbst sehen im Jahr 2026 dagegen weniger arbeitnehmerfreundlich aus: Mariä Himmelfahrt am 15. August fällt auf einen Samstag, genauso der Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober. Allerheiligen am 1. November fällt auf einen Sonntag, der zweite Weihnachtsfeiertag ist wieder ein Samstag (siehe Tabelle).
Verglichen mit anderen Bundesländern können sich Beschäftigte im Freistaat dennoch nicht beklagen: „Bayern ist im Jahr 2026 der absolute Spitzenreiter, wenn es um die optimale Nutzung der Brückentage geht“, heißt es in einer gestern veröffentlichten Auswertung des Buchungsportals Travelcircus. Kein Wunder, nirgendwo sonst in Deutschland gibt es so viele Feiertage wie im Freistaat, in den meisten Gegenden in Bayern sind es 13. Zum Vergleich: Berlin, Bremen, Hessen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein kommen auf jeweils zehn Feiertage im Jahr.
Wer in Bayern die Brückentage im kommenden Jahr geschickt nutzt, ist sogar in der Lage, mit nur 30 Urlaubstagen bis zu 67 Tage frei zu machen, rechnet Travelcircus vor. Das gelingt, wenn Arbeitnehmer beispielsweise vom 1. bis zum 9. Januar Urlaub einreichen, die Woche vor Ostern frei machen, außerdem die Woche vor dem 1. Mai frei nehmen und genauso um Christi Himmelfahrt, nach Pfingsten sowie um Fronleichnam jeweils die gesamte Woche Urlaub einreichen. Um auf die hohe Zahl von 67 freien Tagen zu kommen, müssten Arbeitnehmer außerdem die Woche vor Weihnachten bis zum Ende des Jahres Urlaub nehmen, denn 2027 fällt der 1. Januar auf einen Freitag.
Nun mag es spektakulär klingen, aus 30 Urlaubstagen durch geschickte Planung 67 freie Tage zu zaubern. Die Rechnung ist natürlich auch ein kleiner Marketing-Gag: Denn wenn ein Vollzeit beschäftigter Arbeitnehmer eine Woche Urlaub einreicht, werden aus fünf eingereichten Urlaubstagen dank der beiden Wochenenden bereits neun freie Tage – was nahezu einer Verdopplung entspricht.
Und ob ein Arbeitnehmer an einem Brückentag wirklich frei bekommt, ist ohnehin ungewiss: Zwar steht Arbeitnehmern in Deutschland grundsätzlich Urlaub zu, der Arbeitgeber hat aber eine gewisse Mitsprache. „Wenn es dringende betriebliche Gründe dafür gibt, darf der Arbeitgeber einen Urlaubsantrag ablehnen“, heißt es etwa beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Das gelte auch dann, wenn es Interessen von anderen Beschäftigten gebe, die vorrangig berücksichtigt werden müssen. „Das ist zum Beispiel bei Eltern mit schulpflichtigen Kindern während der Ferien der Fall.“ Oft erleichtert es die Planung, wenn der Urlaubsantrag möglichst früh eingeht. Wer die Brückentage 2026 nutzen möchte, sollte daher möglichst bald den Urlaub beantragen.