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Superfood aus heimischen Gefilden

von Redaktion

Goji-Beeren wachsen auch im eigenen Garten, und zwar als Frucht des Gemeinen Bocksdorns. © panthermedia

Seit einigen Jahren boomt das Geschäft mit „Superfood“, also mit Lebensmitteln, die aufgrund bestimmter Nährstoffe, Vitamine oder Pflanzenstoffe besonders gesundheitsförderlich sein sollen. Sie stammen oft aus fernen Ländern, zum Beispiel Goji-Beeren aus Asien, Chiasamen, Quinoa oder Açai-Beeren aus Südamerika.

Da fallen nicht nur weite Transportwege an: bei Kontrollen werden immer wieder Importe wegen hoher Pestizidbelastungen beanstandet. Dazu kommen teils unrealistische Werbeversprechen: die beworbenen Früchte, Beeren, Blätter oder Samen sollen den Cholesterinspiegel senken, überflüssige Pfunde purzeln lassen, den Körper entgiften oder verjüngen. Die wissenschaftlichen Belege dafür fehlen meist oder sind unzureichend. Zudem sind die gesundheitsförderlichen Inhaltsstoffe, die das betreffende Superfood ausmachen, in der Regel auch in anderen Pflanzen enthalten – etwa in heimischem Obst, Gemüse und Getreide.

Açai-Beeren beispielsweise gelten wegen des hohen Gehalts an Anthocyanen als Superfood. Diese blauen Pflanzenfarbstoffe können Körperzellen vor schädigenden Oxidationsprozessen schützen. Anthocyane sind aber auch reichlich in Heidelbeeren, Holunderbeeren, blauen Trauben oder Rotkohl enthalten.

Goji-Beeren wiederum verdanken ihren Ruf als Wunderfrucht vor allem ihrem hohen Vitamin-C-Gehalt. Doch heimische schwarze Johannisbeeren oder auch Sanddornbeeren übertreffen die Werte mühelos. Zudem werden diese überwiegend als frische Ware oder Saft angeboten, Goji-Beeren hingegen meist nur getrocknet. Wer das vermeintliche Superfood frisch und preisgünstiger genießen will, kann sich einen Strauch des Gemeinen Bocksdorns – von diesem stammen die Goji-Beeren – in den Garten pflanzen. Auch Aroniasträucher wachsen problemlos in unseren Breiten. Ihre Beeren gelten ebenfalls als Superfrüchte, weil sie viele Vitamine, Mineralstoffe und Anthocyane enthalten.

Leinsamen wiederum sind eine gute Alternative zu den recht teuren Chiasamen. Diese liegen im Trend, weil sie reichlich Ballaststoffe, Proteine und Omega-3-Fettsäuren enthalten – Leinsamen haben ein ganz ähnliches Nährstoffprofil.

Quinoa hat sich ebenfalls einen Ruf als hervorragende pflanzliche Eiweißquelle erarbeitet. In der Tat sind die Proteine der aus Südamerika stammenden, getreideähnlichen Körnchen von hoher biologischer Wertigkeit. Außerdem enthält Quinoa für ein pflanzliches Lebensmittel vergleichsweise viel Eisen. Über wertvolles Protein und reichlich Eisen verfügt auch die heimische Hirse. Wie Quinoa ist Hirse zudem glutenfrei. Ein neuer Trend ist jedoch zu begrüßen: Quinoa ist mittlerweile auch aus heimischer Ernte erhältlich und muss nicht mehr um den halben Globus transportiert werden.

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