WOCHENMARKT

Zucchini müssen nicht fad sein

von Redaktion

Jetzt ist Erntezeit: Zucchini werden reif, und das in rauen Mengen. © Mythja, panthermedia

Im August genießen Hobbygärtner die Früchte ihrer Arbeit oft in Form enormer Mengen Zucchini. Wer im Freundeskreis Ernteüberschüsse geschenkt bekommt, kann sich glücklich schätzen.

Dank seines milden Aromas kann man das Kürbisgewächs äußerst vielfältig zubereiten: Zucchini lassen sich braten, grillen und gratinieren oder zu süß-sauren Chutneys einkochen. Sie passen auf Pizza, Gemüsespieße, in Lasagne, Suppen und Eintopfgerichte wie Ratatouille. Sogar süße Kuchenrezepte gibt es. Im Supermarkt findet man oft nur die kleinen, dunkelgrünen Zucchini. Dabei wächst das Gemüse in viel mehr Formen und Farben: es gibt hellgrüne, gestreifte, gelbe und fast weiße Züchtungen, längliche Formen in allen Größen, keulenförmige und kugelrunde Zucchinisorten, die sich gut zum Füllen und Überbacken eignen. Mild schmecken sie alle, aber es gibt Abstufungen von nussig bis gurkenfrisch.

Wer Zucchini trotzdem „fad“ findet, hat sie noch nicht richtig gewürzt: Sehr gut passen mediterrane Kräuter wie Oregano und Rosmarin zusammen mit Knoblauch, Olivenöl und einem Spritzer Zitrone, dazu ein wenig Salz und frisch gemahlener Pfeffer. Wer experimentierfreudiger ist, kombiniert Zucchini zum Beispiel mit Balsamico-Essig, Thymian und Honig. Gebratenen Zucchini verleiht ein Schuss Sojasoße herzhafte Würze. In der Küche verlangt die Zucchini wenig Arbeitseinsatz: bei intakter Schale sind sie bis zu zwei Wochen im Gemüsefach des Kühlschranks haltbar. Es reicht, das Gemüse zu waschen und Spitze und Stielansatz zu entfernen – Schälen ist nicht nötig, allenfalls entfernt man Stellen mit verdickter Schale. Hat man zu viel geerntet, ist Einfrieren eine gute Lösung, um Zucchini bis über den Winter aufzubewahren.

Immer wieder hört man, Zucchini seien roh giftig – das trifft aber nicht zu: Zucchini sind auch roh essbar, zum Beispiel in bunten Salaten oder hauchdünn aufgeschnitten als Carpaccio. Als Rohkost liefert sie auch am meisten Vitamin C. Beta-Carotin, Ballaststoffe, und Mineralstoffe wie Kalium und Eisen, die ebenfalls in Zucchini stecken, sind nicht so hitzeempfindlich.

Die Warnung hat jedoch einen Hintergrund: gerade im Hobby-Gartenbau können Zucchini durch spontane Rückkreuzungen oder ungewollte Kreuzungen mit Zierkürbissen Bitterstoffe entwickeln. Diese Cucurbitacine können zu Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit und Erbrechen führen. Sicherheit verschafft ein Geschmackstest: schmeckt die Zucchini deutlich bitter, sollte man sie vorsichtshalber nicht essen. Cucurbitacine sind hitzebeständig, bittere Zucchini sind also auch gegart nicht genießbar.

Artikel 3 von 5