Mülltrennung ist eine kleine Wissenschaft. In Deutschland müssen Hersteller Entsorgungshinweise auf ihre Verpackungen drucken. © Bernd Weißbrod/dpa
In den gelben Sammelsystemen landen laut Umweltbundesamt (UBA) bis zu 40 Prozent Restmüll, was das Recycling erschwert. Die Stiftung Warentest hat beim UBA und bei der Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister und Entsorgungsunternehmen Tipps für die richtige Mülltrennung zusammengetragen.
■ Pizzakartons und Eierpappen
Bei einigen Öltropfen können Pizzakartons ins Altpapier – Schachteln mit reichlich Käseresten dagegen würden beim Recyceln den Rohstoff verunreinigen, sie landen besser im Gelben Sack. Packungen für Tiefkühlkost können ins Altpapier, wenn es der Hersteller empfiehlt. Sie bestehen dann zu über 95 Prozent aus Fasern und sind innen mit Polymeren beschichtet, die sich beim Recycling lösen. Auch Eierpappen sollten in den Papiermüll.
■ Getränkekartons und To-go-Becher
Diese Kartons und Becher bestehen aus mehreren Materialien – Pappe, Kunststoffe, teils auch Alu. Sie gehören daher in die Gelbe Tonne. Aktuell lässt sich laut UBA nur ein Teil der Getränkekartons recyceln. Bei To-go-Bechern lassen sich die Kunststoffe ablösen; einige Unternehmen können die Fasern der Pappe retten.
■ Kassenbons
Weiße Bons gehören immer in den Restmüll. Sie enthalten Farbentwickler, die durch chemische Reaktionen die Schrift erscheinen lassen. Farbentwickler können beim Recycling Papier und den Wasserkreislauf belasten. Blaue Bons dagegen sind altpapiertauglich: Sie sind mit einem schwarzen Pigment grundiert und mit blauen Polymeren beschichtet.
■ Schnittkäse- und Wurstpackungen
Die Packungen – zum Beispiel von Emmentaler, Mortadella oder Salami – bestehen nicht selten aus zwei Kunststoffarten: die Trägerschale zum Beispiel aus gut recycelbarem PET oder PP, die Oberfolie dagegen oft aus mehreren Kunststoffen. Damit die Sortieranlage die Komponenten zuweisen kann, sollten sie getrennt in die Wertstofftonne wandern.
■ Joghurtbecher
Der Aludeckel sollte abgetrennt und möglichst gefaltet in die Gelbe Tonne wandern. Ineinander gestapelte Becher können Sortieranlagen nur schwer trennen und auf den richtigen Recyclingpfad leiten.
■ Gläser
Gläser für Marmelade, Senf oder Tomatensoße können „löffelrein“ in den Altglascontainer wandern – der Warmwasserverbrauch fürs Spülen würde die Ökobilanz verschlechtern. Die Gläser werden dann zerkleinert, gereinigt und geschmolzen. Der Deckel kann deshalb auch drauf bleiben. Wichtig ist die Sortierung nach Farben; seltene Farben wie blau oder rot gehören am besten ins Grünglas das ist unempflindlich gegen Farbunreinheiten. Generell ist es wichtig, am Glascontainer sortenrein zu trennen, dann kann daraus fast gänzlich wieder Glas der gleichen Farbe werden. Die Entsorgungsfahrzeuge haben deswegen für jede Glasfarbe eine eigene Kammer.
■ Einlagen von abgepacktem Frischfleisch
Ob aus Papier, Zellulose oder Kunststoff: Vollgesogene Einlagen gehören aus hygienischen Gründen besser in den Restmüll.
■ Schokoladenpapier und Kaffeetüten
Hier heißt es, erst mal Material ermitteln. Und das geht per Reißtest. Papier reißt leicht und es treten Fasern hervor, dann ist es ein Fall für die Altpapiertonne. Erweist sich die Verpackung als Kunststoff, gehört sie wie auch Alufolie ins gelbe System oder in die Wertstofftonne für Kunststoffe.
■ Knochen, Fleischreste
Beides kann in haushaltsüblichen Mengen in den Biomüll. Man sollte die Reste aber in etwas Küchenkrepp einwickeln, das hält Ungeziefer fern und dämpft Gerüche.
■ Teebeutel
Sind sie aus Zellulose, können sie in den Biomüll. Sortieranlagen sieben lose Papieranhänger und Fäden aus. Teebeutel aus Synthetik gehören in den Restmüll.
■ Biologisch abbaubare Kunststoffe
In vielen Kommunen sind diese nicht als Bioabfall zugelassen, sie müssen in den Restmüll. Biokunststoffe bestehen zwar überwiegend aus nachwachsenden Rohstoffen wie Mais oder Stärke, doch sie zersetzen sich teils nicht zu Humus. Oder sie verrotten langsamer als normaler Biomüll und würden deshalb übrig bleiben.
■ Fritierfett
Am besten Öl in ein Schraubglas füllen und es verschlossen in den Restmüll geben. Auf keinen Fall sollte das Fett im Ausguss oder im Klo landen – beides könnte verstopfen. Auf gar keinen Fall darf das Fett im Abfluss oder in der Toilette landen. Neben Umweltaspekten besteht dann auch akute Verstopfungsgefahr.
■ Obstaufkleber
Herkunfts- und Markenaufkleber auf unverpacktem Obst und Gemüse lassen sich aus dem Biomüll schlecht entfernen. In den Gelben Sack sollten sie aber auch nicht, weil sie zu klein sind, um von der Recyclinganlage erkannt zu werden. Also in den Restmüll damit.
■ Altkleider
Seit Januar gilt eine neue EU-Richtlinie, wonach alte Kleidung und andere Textilien nicht mehr im Hausmüll entsorgt werden dürfen. Das gilt aber nicht für verschlissene oder besonders schmutzige Kleidung – sie kann weiter in die schwarze Tonne.MM