Jetzt startet Überweisung in Echtzeit

von Redaktion

Vor allem Online-Käufe dürften in Zukunft einfacher und schneller ablaufen. © Moritz Frankenberg, dpa

Geld lässt sich ab sofort schneller in der EU überweisen. Und das Verschicken wird auch sicherer. Zum heutigen 9. Oktober bieten Banken und Sparkassen den Kunden, die ihre Konten per Mobiltelefon oder Computer führen, zwei neue Funktionen an: Echtzeitüberweisung und Empfängerüberprüfung.

Die neuen Regeln

Die neuen Regeln bringen mehr Tempo und mehr Sicherheit. Am Verfahren ändert sich nichts. Auch weiterhin muss man eine lange Nummer aus Buchstaben und Ziffern eingeben, die Internationale Bankkontonummer Iban. Nur mit ihr ist sicher, dass das Geld auch dort ankommt, wo es hin soll. Sie besteht aus einem Länderkürzel, etwa DE, zwei Prüfziffern sowie der Bankleitzahl und der Kontonummer. Mit der Echtzeitüberweisung ist das Geld binnen zehn Sekunden auf dem Konto des Empfängers. Das soll rund um die Uhr möglich sein. Bisher dauert es meist einen Arbeitstag, bis eine Überweisung ausgeführt, das Geld angekommen ist.

Bisher bieten Banken die Echtzeitüberweisung freiwillig an. Von heute an wird sie Pflicht. Bisher verlangen die Institute oft eine Gebühr. Künftig darf die Echtzeitüberweisung nicht teurer sein als eine klassische Überweisung – in der Regel wird sie also kostenlos sein. Damit könnte sich das Verfahren als neuer Standard durchsetzen. Wer etwa eine Rechnung an einem bestimmten Tag bezahlen will, kann aber immer noch eine Terminüberweisung ausfüllen.

Die Sicherheit

Die Echtzeitüberweisung wird sicher ankommen. Allerdings sollten diejenigen, die sie ausfüllen, sehr genau sein und noch einmal alles prüfen, bevor sie sie abschicken. Denn bei zehn Sekunden ist es kaum möglich, sie zu stoppen. Auch klassische Überweisungen lassen sich, einmal autorisiert, kaum zurückholen. Damit alles sicherer wird, wird eine zusätzliche, verpflichtende Sicherheitsabfrage eingebaut – die Empfängerüberprüfung. Sie ist kostenlos.

Das Verfahren

Bisher prüft ein Kreditinstitut im Hintergrund, ob die Iban auf der Onlineüberweisung existiert. Gibt es die Nummer, wird auch überwiesen. Der Name im Empfängerfeld ist unwichtig. Das ändert sich jetzt. Künftig prüfen die Bank, die das Geld überweisen soll, und die Bank, die es empfangen wird, zusätzlich, ob der Name im Überweisungsformular mit dem des Empfängers übereinstimmt. Es soll Bruchteile von Sekunden dauern. Dann werden vier mögliche Hinweise angezeigt: Der Name stimmt überein; der Name ähnelt sich, typisch, wenn jemand mehrere Vornamen hat; der Name stimmt nicht überein. Im vierten Fall ist eine Überweisung nicht möglich. Er dürfte sehr selten sein und hat meist technische Gründe. Wie die Hinweise aussehen, regelt jede Bank oder Sparkasse selbst. Noch einmal prüfen, freigeben, fertig.

Die Abfrage ist ein zusätzlicher Kontrollschritt. Der bei Betrügern beliebte Rechnungsschwindel sollte damit kaum mehr möglich sein. Dabei verschicken die Täter eine echte Rechnung, bei der sie die Kontonummer geändert haben. Der Zahler hält die Rechnung für echt, das Geld landet bei den Gaunern. BJÖRN HARTMANN

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