Ryanair will nach eigener Ankündigung die weltweit erste papierlose Airline werden. © Sebastian Kahnert, dpa
Der Billigflieger Ryanair macht ernst und will die ausgedruckte Bordkarte abschaffen. Passagiere müssen ab Mittwoch, 12. November, ihre Tickets in elektronischer Form bereithalten, wenn sie ins Flugzeug einsteigen wollen, verlangt Europas größte Direktfluggesellschaft. Ihr Chef Michael O‘Leary erwartet bei der Umstellung kleinere Startprobleme, während deutsche Verbraucherschützer erste Ansatzpunkte für Klagen sehen.
Vor allem unerfahrenen Passagieren gibt das kleine Stück Papier mit dem eigenen Namen, QR-Code und Platznummer das gute Gefühl, dass beim Einsteigen eigentlich nichts mehr schiefgehen kann. Schon bei den ersten Ankündigungen der irischen Airline zur neuen Gangart kam es daher in Großbritannien zu Kritik und Protesten.
Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert für alle Reisenden einen alternativen Weg, um jede Form der Mobilität nutzen zu können. „Mobilität darf nicht an das technische Geschick oder die technischen beziehungsweise tatsächlichen Möglichkeiten von Reisenden geknüpft werden. Es darf nicht zum Ausschluss von einzelnen Gruppen kommen“, warnt Fluggastrechte-Referent André Duderstaedt. Sollten behinderte Menschen betroffen sein, könnten diese mit juristisch guten Chancen auf das Gleichbehandlungsgesetz pochen.