Kräftig sparen beim Wechsel

von Redaktion

Hoffentlich gut versichert: Neben dem Preis zählt auch die Leistung. © Andrey Popov, smarterpix

Die Stiftung Warentest hat 161 Tarife in der Kfz-Versicherung untersucht, Autobesitzer dürfte das Ergebnis freuen: „Das Sparpotenzial ist groß – und der Aufwand gering“, schreiben die Experten in der November-Ausgabe der Zeitschrift „Stiftung Warentest Finanzen“. Demnach lassen sich bei einem Wechsel mehrere hundert Euro sparen.

Der Aufruf zum Wechsel kommt jedes Jahr im Herbst. Warum ist er in diesem Jahr besonders wichtig?

Weil die Preise in der Kfz-Versicherung kräftig steigen. Der Gesamtverband der Versicherer (GDV) rechnet in diesem Jahr mit Beitragserhöhungen von 14 Prozent, für 2026 sind es dann noch einmal 5 bis 8 Prozent. Hinzu kommt: Trotz des jährlichen Wechselaufrufs lassen etliche Autobesitzer offenbar seit Jahren oder Jahrzehnten ihren alten Vertrag weiterlaufen. Die Stiftung Warentest verweist auf Zahlen, wonach die Kündigungsquote bei über Online-Vergleichsportalen abgeschlossenen Kfz-Versicherungsverträgen im Jahr 2020 noch bei circa 24 Prozent lag, 2024 aber nur noch bei knapp 16 Prozent.

Wie viel Geld lässt sich durch einen Wechsel sparen?

Die Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten. Das hängt zum einen von den Konditionen des aktuellen Vertrags und zum anderen von Faktoren wie dem Alter, dem Wohnort und dem gefahrenen Automodell ab. Die Stiftung Warentest hat daher für eine 20-jährige Fahranfängerin mit einem Fiat 500 eine Beispielrechnung für die Haftpflicht in Kombination mit einer Teilkasko durchgeführt. Ergebnis: Die Frau kann sich für 684 Euro im Jahr oder für 2161 Euro versichern. So groß ist die Spanne. Im Durchschnitt aller ausgewerteten Tarife zahlt die Frau 1137 Euro im Jahr. „Wechselt die Frau von einem Anbieter im mittleren Preissegment zu dem für sie günstigsten Anbieter, spart sie mehrere hundert Euro im Jahr“, rechnen die Experten vor.

Wie wechsele ich den Versicherer?

„In der Regel reicht zur Kündigung eine E-Mail an den aktuellen Kfz-Versicherer“, so die Test-Experten. Allerdings koste der Neuabschluss der Autoversicherung etwas Zeit, weil dabei persönliche Daten und Informationen zum Auto anzugeben seien. „Doch die Mühe lohnt sich in vielen Fällen.“

Gibt es weitere Möglich- keiten, Geld zu sparen?

Ja. „Wer eine Autoversicherung abgeschlossen hat, sollte im Herbst eines jeden Jahres kurz in sich gehen und fragen, welchen Versicherungsschutz er noch braucht“, rät die Stiftung Warentest. Allein diese Entscheidung könne eine Autoversicherung um hunderte Euro billiger machen. Wer beispielsweise ein älteres Auto fährt kann sich die Frage stellen, ob sich ein Kaskotarif überhaupt noch lohnt und die Haftpflichtversicherung womöglich ausreicht. Aber nicht einmal das ist zwingend nötig: Selbst innerhalb der Kaskoversicherung gibt es Sparpotenzial, indem der Vertrag geändert wird. „Das geht heutzutage oftmals leicht über eine App des Versicherers oder über dessen Internetseite.“ Rabatte gibt es beispielsweise bei Kaskoversicherungen mit Werkstattbindungen oder beim Wechsel in einen Telematiktarif. Und wer bereit ist, einen Teil des Risikos selbst zu tragen und den Selbstbehalt erhöht, zahlt ebenfalls weniger Geld.

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