Bericht: Wirecard-Milliarden gehören Kanadier

von Redaktion

München – 1,9 Milliarden Fehlbetrag in der Bilanz, 20 Milliarden Euro Schaden für die Aktionäre: Weil angebliche Gewinne aus Drittpartner-Geschäften fehlten, brach 2020 der Zahlungsdienstleister Wirecard aus Aschheim nahe München zusammen. Während Ex-Chef Markus Braun stets betonte, dass es das Geld gebe, das Wirecard zustehe, gab der flüchtige Jan Marsalek, selbst Ex-Wirecard-Vorstand, in einem Brief an das Landgericht München einen Tipp: Das Geld könnte einem Glückspielmilliardär gehören. Gemeint ist der Kanadier Calvin Ayre, wohnhaft auf der Karibik-Insel Antigua. Der Sohn eines Schweinebauern hatte in den 2000er-Jahren das Online-Casino Bodog groß gemacht und wurde damit zum Milliardär. Eine BR-Recherche zeigt jetzt: Ein Großteil des fehlenden Geldes könnte in Wahrheit dem Kanadier gehören. Denn Marsalek schrieb, im Hintergrund des angeblichen Drittpartnergeschäfts habe „de facto ein einziger Kunde“ gestanden. Offenbar benötigte dieser einen Deckmantel für seine Zahlungen: „Sein Problem war, dass er über viel Geld verfügt, einen enormen Cashflow hat, diesen aber weiterleiten muss, ohne dass er jemals in seinem eigenen Namen auftritt“, berichtet laut BR ein ehemaliger Mitarbeiter Ayres. Der Verdacht: Das Drittpartner-Geschäft von Wirecard war nur eine Erfindung, um die Zahlungsströme von Calvin Ayre zu verschleiern. Gleichzeitig wurden mit mit den Überweisungen Wirecard-Gewinne vorgetäuscht, die es nie gab.MAS

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