Egal was auf der Packung steht: Die meisten Multivitaminsäfte bestehen großteils aus Apfelsaft. © Franziska Gabbert, dpa
Maracuja, Orange, Ananas: Auf den Verpackungen von Multivitaminsäften prangen allerlei exotische Früchte. Wer ein solches Produkt in den Wagen legt, kauft aber zum Großteil Apfelsaft – bis zu 80 Prozent beträgt sein Anteil in den Saftmischungen.
Die Zeitschrift „Öko-Test“ hat 18 Multivitaminsäfte untersucht (Ausgabe 1/2026). Ihr Fazit fällt wenig begeistert aus. Insbesondere aus zwei Gründen gibt es für viele Säfte kräftige Punktabzüge.
Bis zu elf Vitaminzusätze mischen die Hersteller den Produkten bei. Der Test zeigt, dass sie diese Zusätze in vielen Fällen zu hoch dosieren. Das Problem: Das Motto „Viel hilft viel“ gilt bei Vitaminen nicht. Meist scheidet der Körper Überflüssiges einfach wieder aus. Bei einigen Vitaminen hingegen drohen Gesundheitsrisiken, wenn man zu viel davon aufnimmt. Zum Beispiel bei Vitamin A, das Lebensmitteln eigentlich gar nicht zugesetzt sein sollte. Zweiter Grund für die Kritik: In 15 der 18 untersuchten Säfte entdeckte „Öko-Test“ ein Abbauprodukt des Pestizids Captan. Während das Pestizid selbst als vermutlich krebserregend gilt, ist das beim Abbauprodukt nicht der Fall. „Wir werten aber ab, weil Captan für die Menschen in den Ursprungsländern, die damit in Kontakt kommen, eine Gesundheitsgefahr darstellt“, schreiben die Tester.
Die Hälfte der Multivitaminsäfte rasselt mit den Noten „mangelhaft“ und „ungenügend“ durch. Am anderen Ende des Notenspiegels ist es einsam. Nur ein Saft bekommt die Note „gut“: der „K-Classic Multivitaminsaft“ von Kaufland (Glockengold).