App für Vergleich von Preisen umstritten

von Redaktion

Verbraucher sollen Preise leicht vergleichen können. © Philip Dulian, dpa

Eine verpflichtende Preisvergleichs-App für Lebensmittel hätte nach Einschätzung eines Handelsexperten nur wenig Mehrwert für Verbraucher in Deutschland. Die Forderung der Grünen sei zwar gut gemeint, aber schlecht durchdacht, sagte Markus Szajna, Handelsprofessor an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. „Der Vorschlag ist technisch überkomplex, ökonomisch ineffizient, bürokratisch belastend und sein Nutzen für Verbraucher wird deutlich überschätzt.“ Die Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Katharina Dröge, hatte sich kürzlich für eine solche App ausgesprochen. Sie soll Verbrauchern ermöglichen, die günstigsten Lebensmittel zu finden. Die großen Supermärkte würden zur Teilnahme verpflichtet, sie müssten ihre Preise melden und Änderungen in Echtzeit abbilden. Entsprechende Apps gibt es bereits, sie sind aber nicht verpflichtend. „Wenn die Verbraucher sich informieren können, haben sie der Macht der großen Ketten mehr entgegenzusetzen“, sagte Dröge. Handelsexperte Szajna betont, der Lebensmitteleinzelhandel gehöre bereits zu den transparentesten Märkten überhaupt. „Die Angabe eines Grundpreises pro Kilogramm ist gesetzlich vorgeschrieben. Prospekte und Angebots-Apps sind allgegenwärtig, Preisvergleiche längst etabliert.“

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