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Fenchel: Gemüse und Heilpflanze

von Redaktion

Aus Fenchelsamen macht man Tee. © Smarterpix

Fenchel ist besonders in Italien beliebt.

Viele Deutsche begeistern sich für die italienische Küche, die Liebe der Italiener zum Fenchel hält sich bei uns aber noch in Grenzen. Dabei passt der charakteristische anisartige Geschmack der Fenchelknollen wunderbar zu mediterranen Pasta- und Fischgerichten. Das Gemüse schmeckt auch gegrillt, aus dem Ofen, als Gratin oder fein geschnittene Rohkost. Mit Nüssen, Orangen oder Granatapfelkernen kombiniert lassen sich so aromatische und vitaminreiche Salatkreationen zaubern. Gesund ist der kalorienarme Fenchel obendrein: Er ist reich an Ballaststoffen und Vitamin C, liefert Beta-Carotin und Vitamin E und wirkt dank seiner ätherischen Öle beruhigend auf den Magen-Darm-Trakt.

Gemüsefenchel ist ganzjährig im Handel erhältlich. Ware aus heimischer Ernte gibt es bis in den November hinein, dann wird sie durch Importe abgelöst, oft aus Italien oder Frankreich. Beim Einkauf sollte man auf feste, pralle Knollen mit frischem Grün achten. Weiche Knollen, Druckstellen und eingedunkelte Schnittflächen sind ein Zeichen für lange Lagerung. Zu Hause bewahrt man den Fenchel im Kühlschrank auf. Eingeschlagen in ein feuchtes Tuch hält er sich im Gemüsefach für etwa eine Woche ohne merkliche Qualitätsverluste.

Fenchel wird nicht nur als Gemüse, sondern auch als Würz- und Heilpflanze genutzt. Dafür verwendet man die getrockneten Früchte der Staude, umgangssprachlich Fenchelsamen genannt. Ihr Geschmack ist süßlich-würzig und erinnert an Anis – beide Pflanzen stammen aus der Familie der Doldenblütler.

Fenchelsamen werden ganz oder gemahlen zum Würzen von Brot, Wurst, Gemüse- und Fischgerichten verwendet. Sie sind auch Bestandteil von Currymischungen, dem chinesischen Fünf-Gewürze-Pulver und Zutat in vielen Rezepten der indischen Küche. Gießt man Fenchelsamen mit kochendem Wasser auf, erhält man Fencheltee. Dieser gilt wegen seines Gehaltes an ätherischen Ölen als krampf- und schleimlösend. Er wird traditionell als Hausmittel gegen Blähungen, Bauchschmerzen oder erkältungsbedingten Husten verwendet. Als problematisch gilt jedoch der Inhaltsstoff Estragol. Dieser wirkt in hohen Dosen möglicherweise krebserregend. Bislang existiert kein Grenzwert für einen unschädlichen Konsum. Fencheltee sollte daher nur gelegentlich und in üblichen Mengen getrunken werden. Erwachsene und Kinder ab zwölf Jahren sollten Fencheltee maximal 14 Tage in Folge verwenden, Kinder ab vier Jahren nach ärztlicher Absprache weniger als eine Woche. Besonders sensible Personen wie Säuglinge, Kleinkinder, Schwangere und Stillende sollten vorsorglich keinen Fencheltee trinken. Der Verzehr von Gemüsefenchel ist dagegen unproblematisch.

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